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Forscher zeigen, wie Blockade der Forschung die Wirtschaft bremst

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Wenn man Wissenschaft unterbindet, leidet das Wirtschaftswachstum
©APA/APA/Hochmuth/GEORG HOCHMUTH
Schöpfen Eliten in einer Volkswirtschaft direkt Vermögen und Mittel zur Produktion ab, dann verhindert das aus nachvollziehbaren Gründen ökonomische Weiterentwicklung. Es geht aber auch subtiler: Wenn man nämlich Wissenschaft, Forschung und Innovationen unterbindet, leidet das Wirtschaftswachstum über lange Zeit hinweg. Wie die "Schöpferische Zerstörung" so abgeblockt wird, zeigen Forschende der Wirtschaftsuniversität (WU) Wien im Fachblatt "European Economic Review".

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Die These der "Schöpferischen Zerstörung" wurde 1911 vom österreichischen Ökonomen Joseph Schumpeter formuliert. Dieser dachte Anfang des 20. Jahrhunderts intensiv darüber nach, wie wirtschaftliche Dynamik entsteht. Als Treiber dieses Prozesses identifizierte er Pionierunternehmer, die permanent nach neuen Kombinationsmöglichkeiten für bereits bestehende Güter suchen und diese auch umsetzen. Dadurch würden eingespielte Praktiken verdrängt und neue Ideen, Unternehmen und Produkte können sich etablieren, was Schumpeter als "Schöpferische Zerstörung" bezeichnete. Der Prozess und Begriff wurde zu einem wichtigen Leitgedanken in der Innovationsforschung und auf andere Gebieten.

Im Rahmen ihrer Studie haben sich der WU-Forscher Klaus Prettner und Martin Stojanovikj von der Universidad de Deusto (Spanien) angesehen, wie das direkte Abschöpfen von Einkommen und Produktion als eine Strategie und das Hemmen von Innovation in Form von Abziehen von Mitteln für Forschung und Entwicklung (F&E) als andere Strategie die wirtschaftliche Entwicklung über längere Zeiträume hinweg beeinflussen. Dass in den Modellen der Wirtschaftswissenschafter Eliten auf zwei unterschiedliche Arten zu Werke gehen können, sei ein Novum in derartigen Untersuchungen, heißt es am Montag in einer WU-Aussendung. In die Analysen mit eingeflossen sind Wirtschaftsdaten aus den USA im Zeitraum zwischen 1650 und 2022.

Wenn Eliten den direkten Weg bei der Abschöpfung von Wirtschaftsleistung wählten, dann verzögerte das in den Jahrhunderte umspannenden Simulationen den Übergang zu Industrialisierung und das Wachstum in den frühen Phasen nach dem Einsetzen selbiger. Noch längerfristiger wirksam war hingegen die zweite Strategie: Wurden eigentlich für Forschung, Entwicklung und technologische Verbesserungen vorgesehene Ressourcen abgezweigt, wurde damit die "Schöpferische Zerstörung" selbst eingebremst.

Im Rahmen der Untersuchung zeige man einmal mehr: "Wer Innovationen behindert, nimmt einer Volkswirtschaft genau jene Dynamik, die langfristig Wohlstand schafft", wird Prettner zitiert. Dieser Weg der Beeinflussung von ökonomischer Entwicklung sei historisch gesehen gar nicht so unbeliebt, weil er große Teile der Bevölkerung nicht direkt betreffe und daher weniger politischen Widerstand hervorrufe. Ein weiterer Faktor sei, dass ausbleibende Neuerungen dabei helfen können, dass vorhandene Machtstrukturen länger bestehen bleiben. Beispiele aus der heutigen Zeit wären etwa das gezielte Verhindern oder Verlangsamen der Digitalisierung oder die Informationskontrolle in autokratischen Systemen, schreiben die Forschenden in der Publikation. Historische Beispiele wären etwa die Unterdrückung wissenschaftlicher Forschung in der UdSSR oder die verzögerte Einführung des Buchdrucks im Osmanischen Reich.

(S E R V I C E - https://doi.org/10.1016/j.euroecorev.2026.105347 )

Eine Frau untersucht Pflanzenproben unter einem Mikroskop; aufgenommen am Freitag, 20. Mai 2022, im Rahmen der Langen Nacht der Forschung in Wien.

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