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EU-finanziertes Forschungsnetzwerk zu Antisemitismus in Wien lanciert

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++ ARCHIVBILD ++ Projekt soll Forschungsqualität stärken
Die EU-Kommission will die Forschung zu Antisemitismus und jüdischem Leben in Europa mit 3,4 Millionen Euro unterstützen. Das neue EU-Forschungsnetzwerk NERON wurde am Montagabend in Wien von EU-Kommissar Magnus Brunner und Staatssekretär Alexander Pröll (beide ÖVP) präsentiert. Das Projekt solle die Forschungsqualität stärken, die politische Relevanz der Ergebnisse erhöhen und die Zusammenarbeit in Europa verbessern, hieß es bei Unterzeichnung der Fördervereinbarung.

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"Wir sehen, dass Antisemitismus ganz stark wieder im Steigen ist", erklärte Brunner bei der Präsentation. Das Thema sei dabei über die jüdische Gemeinschaft hinaus von Bedeutung: "Wo Jüdinnen und Juden sich nicht frei bewegen können in Europa, sind die Grundrechte aller Europäerinnen und Europäer gefährdet", so Österreichs EU-Kommissar. "Antisemitismus hat keinen Platz in Österreich", unterstrich Staatssekretär Pröll. "Wer jüdisches Leben angreift, greift die Grundwerte der Republik an."

NERON steht für "Network for European Research on Jewish Life and Antisemitism". Die Gelder für das Projekt stammen aus dem Horizon-Europe-Topf, dem Forschungsförderprogramm der EU. NERON soll seine Arbeit im Oktober 2026 aufnehmen und hat derzeit eine Laufzeit von drei Jahren. Federführend sind das European University Institute (EUI) mit Sitz in Fiesole (Italien) und das in London ansässige Institute for Jewish Policy Research (JPR).

Man arbeite aktuell "mit sehr fragmentiertem Wissen" darüber, wie sich der Antisemitismus entwickle, erklärte JPR-Direktor Jonathan Boyd. Bei der Präsentation wurde betont, dass es nicht nur um Antisemitismus gehe. "Sie können jüdisches Leben nicht unterstützen, wenn sie es nur unter dem Blickwinkel der Bedrohung sehen", so Boyd.

Das NERON-Projekt ist Teil der EU-Strategie zur Bekämpfung von Antisemitismus und zur Förderung jüdischen Lebens, die 2021 vorgestellt wurde und bis 2030 läuft. Eine Arbeitsgruppe mit u.a. Vertretern der EU-Mitgliedstaaten sowie jüdischen Organisationen begleitet die Umsetzung der Strategie. Sie kommt am Dienstag und Mittwoch in Wien zu ihrem neunten Treffen zusammen.

ARCHIV - 12.05.2026, Mecklenburg-Vorpommern, Schwerin: Ein Davidstern ist am Eingang des Jüdischen Friedhofs in Schwerin zu sehen. Der Dokumentations- und Informationsstelle Antisemitismus sind im vergangenen Jahr in Mecklenburg-Vorpommern 124 antisemitische Vorfälle gemeldet worden und damit 35 Prozent mehr als 2024. (zu dpa: «Antisemitismus in Deutschland: Bundesverband Rias legt Zahlen vor») Foto: Philip Dulian/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

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