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Putin lehnt Verzicht auf Langstreckenangriffe ab

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Der russische Präsident Wladimir Putin hat einen ukrainischen Vorschlag für einen gegenseitigen Verzicht auf Langstreckenangriffe abgelehnt. Russland werde stattdessen an seinem Ziel festhalten, die vier Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja vollständig einzunehmen, sagte Putin am Sonntagabend dem russischen Staatsfernsehen. In den russisch besetzten Teilen der Südukraine gab es nach Angaben der von Moskau eingesetzten Behörden indes wieder Stromausfälle.

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Putin wertete den Vorstoß aus Kiew lediglich als Versuch, den Druck auf die ukrainischen Truppen entlang der 1.250 Kilometer langen Frontlinie zu lindern. Eine Rettung der Regierung in Kiew gehöre nicht zu den russischen Plänen. In dem Interview mit dem kremlnahen Korrespondenten des Staatsfernsehens, Pawel Sarubin, gestand der Kremlchef aber auch Probleme ein. Es sei offensichtlich, dass Angriffe auf die kritische Infrastruktur allgemein und insbesondere auf die Energieinfrastruktur Probleme verursachen, sagte Putin. Man beobachte einen gewissen Mangel, aber keinen kritischen.

"Alle Kreise des Gebiets Cherson sind ganz oder teilweise ohne Strom", schrieb der Chef der dortigen russischen Besatzungsverwaltung, Wladimir Saldo, bei Telegram. Energieversorger und Einsatzkräfte arbeiteten daran, die Stromversorgung in den Haushalten so schnell wie möglich wiederherzustellen. Auch der von Russland für das Gebiet Saporischschja eingesetzte Gouverneur Jewgeni Balizki schrieb in der Nacht auf Montag von Notabschaltungen und Schäden an Energieanlagen nach ukrainischen Angriffen auf das Stromnetz.

Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als vier Jahren gegen einen russischen Angriffskrieg und bringt Moskau mit Gegenangriffen zunehmend in Bedrängnis. Die Ukraine hat ihre Angriffe in den vergangenen Monaten stark ausgeweitet und zielt dabei vor allem auf die russische Ölindustrie. Das hat zunächst auf der seit 2014 besetzten Schwarzmeer-Halbinsel Krim, aber inzwischen auch in einem Großteil der russischen Regionen zu Versorgungsproblemen mit Kraftstoff geführt.

Bei russischen Angriffen im Südosten und Nordosten der Ukraine wurden nach Angaben örtlicher Behörden mehrere Menschen getötet. In der südöstlichen Stadt Saporischschja kamen zwei Menschen ums Leben, 16 weitere wurden verletzt, teilte der regionale Gouverneur Iwan Fedorow auf Telegram mit. In der nordöstlichen Grenzregion Charkiw kam eine Person bei einem Raketenangriff auf Smijiw ums Leben, acht wurden verletzt, darunter zwei Kinder, erklärte Gouverneur Oleh Synjehubow.

Zudem starb nach Polizeiangaben ein Beamter bei der Evakuierung von Anrainern in einer anderen Gemeinde der Region. In der ebenfalls an Russland grenzenden Region Sumy wurde nach Angaben des dortigen Gouverneurs eine ältere Frau getötet. In der Stadt Dnipro im Südosten der Ukraine wurden bei einem russischen Angriff vier Menschen getötet, sagte Gouverneur Oleksandr Hanscha am Montag.

Die russische Armee meldete indes, eine weitere Ortschaft im Osten eingenommen zu haben. Die Streitkräfte hätten die Kontrolle über das Dorf Bohodariwka in der Region Donezk übernommen, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur RIA Novosti das russische Verteidigungsministerium.

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