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Schon als Teenager habe er Dostojewski und nicht Karl May verschlungen. Bis heute könne er Literatur schlicht nur dann lesen, wenn diese ihn fordere. Dass ihn diese Leidenschaft dann aber zum Proponenten der cineastischen Umsetzungen literarischer Texte machen sollte, war anfangs nicht abzusehen: "In den 60er-Jahren im Zuge der Nouvelle Vague waren Literaturverfilmungen verpönt."
Durch Robert Musil ("Der junge Törless") sei er dann aber dazugekommen - und habe bei den folgenden Filmen festgestellt, dass seine selbst geschriebenen Drehbücher weit weniger Publikum anzogen als seine Adaptionen. "Ich habe irgendwann begriffen: Es ist vielleicht besser, das zu machen, was man kann und nicht das, was man will." Denn letztlich sei der Zuspruch der Menschen für ihn wesentlich: "Ich will ja erzählen, damit zugehört wird."
Dabei sei er vor allem ein Kind seiner Zeit, wie der kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs geborene Künstler betonte: "Ich habe mich nie politisch interessiert, sondern die Politik hat mich heimgesucht - ob ich es wollte oder nicht."
(S E R V I C E - www.viennale.at/de/event/gespraech-mit-volker-schloendorff ; www.viennale.at/de/film/heimsuchung-eine-jahrhundertgeschichte)
WIEN - ÖSTERREICH: FOTO: APA/APA/Martin Fichter-Wöß/Martin Fichter-Wöß
