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Lanz konnte sich den Fernsehpreis in der Kategorie "Beste Information" sichern. Gewürdigt wurde er für seine Talkshow (ZDF). Es war bereits der zweite Fernsehpreis für den Moderator. In seiner Dankesrede ließ Lanz einige kurze, aber sehr prägnante Sätze zur politisch-gesellschaftlichen Lage Deutschlands einfließen. "Ich erlebe gerade so viele Leute, die sehr unsicher sind, die teils Angst haben", sagte der 57-Jährige. "Fürchtet euch nicht! Das, was jetzt gerade kaputtgeht, bauen wir irgendwann ganz lässig einfach wieder auf."
Auch andere Preisträger äußerten sich politisch. Etwa Komiker Fabian Köster, der mit seiner Sendung "heute-show extra: Next Stop Köster" (ZDF) in der Kategorie "Beste Comedy/Late Night" gewann. In der Sendung konfrontiert er Politiker in einem kleinen Fahrstuhl. So ein Format sei gar nicht in so vielen Ländern möglich, sagte Köster. "Gerade in diesen Tagen müssen wir uns das immer ins Gedächtnis rufen, müssen laut sein gegen Hass, gegen Hetze und gegen die Feinde der Demokratie, die so was abschaffen wollen." Dafür gab es viel Applaus im Saal.
Stefan Raab, der auf eine gemischte Bilanz seit seinem TV-Comeback im Jahr 2024 zurückblickt, konnte mit seiner Show "Wer weiß wie wann was war?" (RTL) nun den Fernsehpreis gewinnen. "Ganz egal, was die anderen sagen: Ich mag dich!", bekannte seine Co-Moderatorin Barbara Schöneberger. In der Show treten verschiedene Generationen gegeneinander an.
Moderatorin Laura Wontorra wurde ebenfalls für ihre Leistung in einer RTL-Show geehrt. Sie gewann für "Deutschland sucht den Superstar" (RTL) in der Kategorie "Beste Moderation/Einzelleistung Unterhaltung". Die Verkündung der Preisträgerin übernahmen Schauspielerin Annette Frier sowie der ehemalige Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach - überraschenderweise in Kutten gekleidet. Die beiden erinnerten damit wiederum an ein anderes RTL-Format, "Die Verräter", in dem eine derartige Kluft zur Standardausstattung gehört. Lauterbach witzelte: "Also wenn sich hier einer mit Verrätern auskennt, das sind natürlich wir - die Politiker."
Als bester Schauspieler würdigte die Jury Tom Schilling für die Serie "Achtsam Morden" (Netflix). Der 44-Jährige nutzte die Bühne - trotz strenger Zeitvorgaben - für ein Ständchen an seine Mutter, die 70 Jahre alt wurde. "So viel Zeit muss sein", erklärte Schilling - er werde das nun durchziehen. Schilling setzte sich u.a. gegen Josef Hader durch, der für seine Mitwirkung im ZDF-Zweiteiler "Sturm kommt auf" nominiert war. Als beste Schauspielerin setzte sich Karin Hanczewski für "Call My Agent Berlin" (Disney+) durch. Sie schloss ihre Rede mit den Worten: "Ich hoffe, dass wir auch noch in Zukunft in einer Demokratie leben werden. Danke."
"Hundertdreizehn" wurde im Oktober 2025 in ORF 1 ausgestrahlt und ist weiterhin auf ORF ON abrufbar). Unter der Regie von Rick Ostermann und nach Drehbüchern von Arndt Stüwe dreht sich die Serie, die auch in den Kategorien "Beste Regie Fiktion", "Bestes Buch Fiktion" und "Beste Montage Fiktion" (Christoph Cepok und Benjamin Kaubisch) nominiert war, um eine statistische Schicksalszahl und erzählt exemplarisch die unterschiedlichen Leben von sechs Menschen, die durch einen katastrophalen Verkehrsunfall miteinander verbunden sind. Bei den New York Festivals TV & Film Awards gab es dafür bereits den Hauptpreis in der Kategorie "Crime Drama".
Bester "Fernsehfilm/Mehrteiler" wurde "Olivia" (ZDF). Das Biopic erzählt die Lebensgeschichte der bekannten Dragqueen Olivia Jones. Die Verantwortlichen widmeten die Auszeichnung der LGBTQI+-Community. Die englische Abkürzung LGBTQI+ steht für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans-Menschen, queere sowie intergeschlechtliche Menschen. "Wir wollen ja keinem was wegnehmen, werden aber dämonisiert", sagte Olivia Jones der Deutschen Presse-Agentur. "Wir brauchen mehr Mut anstatt Wut", forderte sie.
Den Preis für das Lebenswerk nahm der langjährige RTL-Nachrichtenmoderator Peter Kloeppel (67) entgegen. Er wolle an Franz Beckenbauer erinnern, sagte der 67-Jährige. "Jetzt geht's raus, Jungs, und spielt Fußball", habe der gesagt. "Ich sage euch: Jetzt geht's raus und macht gutes Fernsehen", sagte Kloeppel.
Der Deutsche Fernsehpreis wird seit dem Jahr 1999 verliehen und würdigt hervorragende Leistungen im TV und Streaming. Getragen wird er von ARD, RTL, Sat.1, ZDF und der Deutschen Telekom. Die Streaming-Anbieter Disney+, Netflix und Prime Video wirken als Partner mit. Die Federführung wechselt Jahr für Jahr. In diesem Jahr hatte sie RTL übernommen. Der Sender übertrug die Show auch im TV.
