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Als Mastermind hinter dem Projekt steht der deutsche Regisseur Raymond Ley, der sich bereits als Experte für die komplexe Aufarbeitung krimineller Fälle ("Der große Fake - Die Wirecard Story") oder epochale Porträts ("Ich bin! Margot Friedländer") einen Namen gemacht hat und nun auch "Benko" realisiert hat. Der Film beruht dabei auf den wahren Ereignissen rund um den Aufstieg und Kollaps des Signa-Konzerns, die Verantwortlichen eilen sich jedoch zu betonen, dass bei einem fiktionalen Projekt natürlich kein Anspruch auf Authentizität in jeder Hinsicht bestehe.
Im Kern liegt der Fokus des Films auch weniger auf den verschachtelten Firmenkonstruktionen und Immobiliendeals als auf dem Menschen Benko. Die Faktenebene wird durch zwei Narrationsstränge abgehandelt, in denen die Recherche zweier TV-Journalisten (Harald Schrott und Renate Regel) respektive die Ermittlungsarbeit der Staatsanwältin Riedler (Lisa Wagner) gezeigt wird.
Thomas Stipsits ist indes der aufstrebende Tiroler Projektrealisierer - und der bis dato für humoristische Rollen bekannte Komödiant steht hier als Person zurück. Es gelingt Stipsits, nicht Stipsits zu sein, sondern ein fragiler, bisweilen manischer Charakter, dessen dunkle Felder ausgeleuchtet werden. Der 43-Jährige ist anfangs der charmante Verführer, der mit seiner Begeisterung und Hybris selbst altgediente Investoren wie den Hamburger Milliardär Klaus-Michael Kühne zu überzeugen weiß. Ein großdenkender Fantast, der mit seiner Frau Nathalie (Patricia Aulitzky) ein Powercouple bildet, um die Männer mit Geld um den Finger zu wickeln.
Dennoch blitzen von Beginn an hinter den Kulissen die Schatten durch, die aber so lange nicht zum Vorschein kommen, wie der Stern Benkos im Steigen begriffen ist. Hier greift der Regisseur zum alten Trick des Alter Egos, indem er Benko Heino Ferch als raunenden Schatten an die Seite stellt. Mephistophelisch und nur für Benko sichtbar, treibt er ihn an, spricht hie und da auch mit der Kamera von Martin L. Ludwig. Diese wiederum ist beständig in Bewegung, suggeriert die Schlüssellochperspektive des Live-Dabeiseins und dynamisiert das ohnedies verschiedene Ebenen bespielende Werk zusätzlich.
Am Ende steht die Verhaftung des von den Weggefährten verlassenen Pleitiers, der hier als Mensch gezeigt wird, ohne die Dimensionen seines Tuns zu banalisieren oder diese gar zynisch zu verharmlosen. Schließlich stellt "Benko - Size Does Matter" keine Komödie dar, sondern allenfalls eine etwas überhöhte Satire, die letztlich aber ein ernsthaftes Porträt ergibt.
"Es ist ein Film, basierend auf wahren Ereignissen. Und klar ist: Wir finden ihn auch sehr mutig", unterstreicht hierzu ORF-Film- und Serienchefin Andrea Bogad-Radatz. Die redaktionelle Federführung für das Projekt lag beim NDR und der ARD, wobei die Dreharbeiten von Anfang an juristisch begleitet wurden, um sicherzustellen, dass alle Aussagen im Film belegbar sind.
(S E R V I C E - https://tv.orf.at/program/orf1/benko-size106.html )
Benko - Size Does Matter - 'Benko - Size Does Matter' ist ein fiktionaler Spielfilm. Er erzählt vom Aufstieg René Benkos und von einer Welt, die an ihn glaubte und an die er glaubte. Der österreichische Schauspieler und Kabarettist Thomas Stipsits sieht Renè Benko nicht besonders ähnlich - und genau darum geht es. Der Film will nicht das Leben von Benko imitieren, Stipsits und der Film übersetzen Benko. An der Seite von Thomas Stipsits spielt Heino Ferch. Er ist Benkos unsichtbarer Schatten, seine innere Stimme: Mal Verführer, mal Gewissen, mal Antreiber. Stück für Stück wird das Bild eines Unternehmers und Immobilienimperiums zusammengesetzt, das immer größer wurde und schließlich zusammenbrach. - Im Bild: Heino Ferch (Benkos innere Stimme), Thomas Stipsit (Benko). Foto: ORF/UFA FICTION GmbH/Martin L. Ludwig. Veröffentlichung honorarfrei nur für redaktionelle Berichterstattung in Sendungszusammenhang und mit Copyrightangabe. Kontakt: foto@orf.at
