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Steyr Motors vor Übernahme: Was das 39-Euro-Angebot von Red Cat für Steyr bedeutet

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Blick auf die Stadt Steyr in Oberösterreich am Fluss
Foto:©Unsplash, Leonhard Niederwimmer

Der US-Drohnenhersteller Red Cat will den Motorenbauer Steyr Motors übernehmen und bietet 39 Euro je Aktie. Die Annahmefrist läuft bis 18. Dezember. Was für den Standort Steyr und die Beschäftigten vereinbart wurde.

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Der oberösterreichische Motorenbauer Steyr Motors steht vor einem Eigentümerwechsel. Der US-Konzern Red Cat Holdings bietet über seine Wiener Tochter SMOT Acquisition GmbH 39 Euro in bar je Aktie und will das börsennotierte Unternehmen mit Sitz in Steyr vollständig übernehmen. Die Angebotsunterlage ist seit 22. Oktober veröffentlicht, Aktionärinnen und Aktionäre können ihre Papiere voraussichtlich bis 18. Dezember 2026, 17 Uhr, andienen.

Für die Region besonders wichtig sind die Zusagen, die Steyr Motors und Red Cat am 21. Oktober in einer Zusammenschlussvereinbarung festgeschrieben haben: Sitz, Produktion sowie Forschung und Entwicklung sollen mindestens drei Jahre in Steyr bleiben, betriebsbedingte Kündigungen von technischen Beschäftigten sind für zwei Jahre ausgeschlossen.

Das Angebot im Detail

Angekündigt wurde das freiwillige öffentliche Übernahmeangebot am 19. Oktober. Der Preis von 39 Euro liegt laut Steyr Motors um 28,9 Prozent über dem Xetra-Schlusskurs vom 16. Oktober, dem letzten Handelstag vor der Ankündigung, und um 55,8 Prozent über dem Tiefststand der vergangenen 52 Wochen.

Damit das Geschäft zustande kommt, muss Red Cat mindestens 50 Prozent plus eine Aktie erreichen. Dazu kommen Genehmigungen der Investitionskontrolle in Österreich, Australien, Italien und Großbritannien, die bis Ende Juni 2027 erwartet werden. Den Abschluss peilen die Beteiligten für das erste Halbjahr 2027 an. Die B&C Holding Österreich, die rund 15 Prozent der Aktien hält, hat sich bereits verpflichtet, das Angebot für alle ihre Aktien anzunehmen. Auch Vorstandschef Julian Cassutti hat angekündigt, seine eigenen Aktien einzureichen.

Welche Zusagen es für Steyr und die Beschäftigten gibt

Laut der Vereinbarung wird Red Cat nach Abschluss des Angebots drei Jahre lang keine Verlegung des Firmensitzes, der Fertigung oder der Forschung und Entwicklung aus Steyr veranlassen. Der Käufer will den Standort nach eigenen Angaben als Entwicklungs- und Produktionszentrum weiter ausbauen.

Für die Belegschaft gilt: Zwei Jahre lang soll es keine betriebsbedingten Kündigungen technischer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geben, auch auf andere betriebsbedingte Kündigungen will Red Cat nicht hinwirken. Betriebsvereinbarungen und Kollektivverträge bleiben unberührt. Den Vorstand will der Bieter nicht austauschen, im Aufsichtsrat strebt er eine Vertretung entsprechend seinem Anteil an.

Die Vereinbarung lässt allerdings auch weitreichende Schritte zu, etwa einen Rückzug von der Börse, den Ausschluss verbliebener Minderheitsaktionärinnen und Minderheitsaktionäre oder die Eingliederung in einen größeren Konzern. Die Zusagen für Standort und Beschäftigte sollen davon laut Steyr Motors nicht berührt werden.

Wer Red Cat und Steyr Motors sind

Red Cat Holdings hat seinen Sitz in Salt Lake City im US-Bundesstaat Utah und ist an der Technologiebörse Nasdaq notiert. Das Unternehmen entwickelt Drohnen und Robotiksysteme für Militär und Sicherheitsbehörden. Mit Steyr Motors will es seine Erfahrung mit autonomen Systemen in der Luft, an Land und auf dem Wasser verbinden, genannt werden etwa unbemannte Wasserfahrzeuge.

Steyr Motors entwickelt und baut Sondermotoren mit hoher Leistungsdichte. Sie kommen vor allem in militärischen Spezialfahrzeugen, in militärischen und zivilen Booten sowie als Hilfsaggregate für Kampfpanzer und Lokomotiven zum Einsatz. Seit Oktober 2024 ist das Unternehmen an der Frankfurter Börse notiert. Im dritten Quartal 2026 stieg der Umsatz laut Quartalsmitteilung um 11,2 Prozent auf 12,5 Millionen Euro, nach neun Monaten lag er bei 35,3 Millionen Euro. Der Auftragsbestand beträgt nach Unternehmensangaben mehr als 300 Millionen Euro und reicht bis 2030. Die Prognose für 2026 mit einem Umsatzplus von 15 bis 25 Prozent wurde bestätigt.

Wie es jetzt weitergeht

Der Aufsichtsrat von Steyr Motors sieht laut Vorsitzendem Rolf Wirtz erhebliches strategisches Potenzial in dem Zusammenschluss. Eine abschließende begründete Stellungnahme von Vorstand und Aufsichtsrat soll nach Prüfung der Angebotsunterlage folgen. Die Angebotsunterlage mit allen Bedingungen ist auf der Transaktionsseite von Red Cat abrufbar.

Ob das Angebot gelingt, entscheidet sich mit dem Ende der Annahmefrist am 18. Dezember. Für Steyr als traditionsreichen Industriestandort bleiben die Zusagen für Werk und Belegschaft damit die wichtigste Größe im Verfahren.

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