Australien hat ein Social-Media-Verbot für Unter-16-Jährige beschlossen, andere Länder ziehen nach oder prüfen ähnliche Schritte. Von Europa bis in die USA wächst der politische Druck, Minderjährige besser zu schützen. Ein Überblick über Regeln und Pläne.
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Australien hat im Dezember als weltweit erstes Land ein striktes Verbot von sozialen Medien für Kinder unter 16 Jahren beschlossen. Angesichts wachsender Sorgen um die psychische Gesundheit von Minderjährigen erwägen auch andere Staaten strengere Regeln oder haben sie beschlossen.
In Österreich hat zuletzt der für Medien zuständige Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) einen Gesetzesentwurf bis zum Sommer angekündigt. Ein Überblick über die Maßnahmen und Pläne ausgewählter Länder:
Australien
Ein wegweisendes Gesetz verpflichtet große Plattformen wie TikTok, Facebook oder Instagram dazu, Minderjährige unter 16 Jahren seit dem 10. Dezember 2025 zu sperren. Bei Verstößen drohen den Unternehmen millionenschwere Geldstrafen.
China
Die Internetaufsichtsbehörde hat einen sogenannten "Modus für Minderjährige" eingeführt. Dieser sieht geräteseitige Beschränkungen und App-spezifische Regeln vor, um die Bildschirmzeit je nach Alter zu begrenzen.
Dänemark
Die Regierung kündigte im November an, soziale Medien für Kinder unter 15 Jahren zu verbieten. Eltern sollen jedoch die Möglichkeit haben, ihren Kindern ab 13 Jahren den Zugang zu bestimmten Plattformen zu erlauben.
Deutschland
Minderjährige zwischen 13 und 16 Jahren dürfen soziale Medien nur nutzen, wenn ihre Eltern zustimmen. Kinderschutzbefürworter kritisieren die bestehenden Kontrollen jedoch als unzureichend.
Europäische Union
Das Europäische Parlament einigte sich im November auf eine rechtlich nicht bindende Entschließung, die ein Mindestalter von 16 Jahren für soziale Medien fordert. Zudem wird eine harmonisierte EU-Altersgrenze von 13 Jahren für den Zugang sowie für Video-Sharing-Dienste angestrebt.
Frankreich
Die Nationalversammlung billigte im Jänner ein Gesetz, das Kindern unter 15 Jahren die Nutzung sozialer Medien untersagt. Der Senat muss dem Vorhaben noch zustimmen, bevor es zur endgültigen Abstimmung kommt.
Großbritannien
Premierminister Keir Starmer erwägt nach eigenen Angaben ein Verbot nach australischem Vorbild. Eine konkrete Altersgrenze nannte die Regierung noch nicht, prüft aber, ob das derzeitige digitale Schutzalter zu niedrig angesetzt ist.
Italien
Kinder unter 14 Jahren benötigen die Zustimmung der Eltern, um sich bei sozialen Medien anzumelden. Ab diesem Alter ist keine elterliche Erlaubnis mehr erforderlich.
Norwegen
Die Regierung schlug im Oktober 2024 vor, das Alter für die Zustimmung zu den Nutzungsbedingungen von 13 auf 15 Jahre anzuheben. Zudem wird an einem Gesetz gearbeitet, das ein absolutes Mindestalter von 15 Jahren festlegen soll.
Spanien
Ministerpräsident Pedro Sanchez kündigte Anfang Februar an, den Zugang für Minderjährige unter 16 Jahren zu verbieten. Plattformen sollen verpflichtet werden, Systeme zur Altersüberprüfung einzuführen.
USA
Das Gesetz zum Schutz der Privatsphäre von Kindern im Internet (COPPA) verbietet es Unternehmen, ohne elterliche Zustimmung Daten von Kindern unter 13 Jahren zu sammeln. Mehrere Bundesstaaten haben Gesetze verabschiedet, die eine elterliche Zustimmung für den Zugang zu sozialen Medien vorschreiben, sehen sich jedoch mit Klagen wegen der Einschränkung der Meinungsfreiheit konfrontiert.






