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Nach Angaben des US-Militärs sollten die Angriffe verhindern, dass der Iran weitere Seeminen in der Straße von Hormuz deponiert. "US-Streitkräfte haben heute zwei iranische Abschussvorrichtungen auf der Insel Larak angegriffen", sagte ein CENTCOM-Sprecher. Die Revolutionsgarden seien dabei beobachtet worden, "wie sie sich darauf vorbereiteten, Raketen mit Seeminen in die Straße von Hormuz abzufeuern". Der bis dato letzte US-Angriff auf Ziele im Iran war am 29. Juli erfolgt.
Auf Larak "gab es zwei Märtyrer und mehrere weitere Menschen wurden verletzt", sagte der Gouverneur der Nachbarinsel Qeshm, Hossein Amir Teymouri, laut einer Meldung der amtlichen Nachrichtenagentur IRNA vom Montag. Ob es sich bei den Opfern um Soldaten oder Zivilisten handelt, teilte er nicht mit.
Die Revolutionsgarden teilten mit, sie hätten als Antwort auf die US-Angriffe die vom US-Militär in Jordanien genutzten Luftwaffenstützpunkte "Al-Azraq" und "King Hussein" attackiert. Dabei seien technische Infrastruktur, Wartungseinrichtungen sowie feindliche Kampfjet-Stellungen ins Visier genommen und "schwere Schäden" verursacht worden. Die jordanische Armee fing nach eigenen Angaben acht Raketen ab, die in den jordanischen Luftraum eingedrungen waren.
Das Außenministerium in Teheran erklärte, die iranischen Streitkräfte hätten im Einklang mit dem "Recht auf legitime Verteidigung" gehandelt. Nach Angaben iranischer Staatsmedien griffen die Streitkräfte des Landes auch US-Ziele in den Vereinigten Arabischen Emiraten an. Dutzende Drohnen hätten "US-Hubschrauber und -Personal auf dem Stützpunkt 'Al-Minhad'" in den Emiraten anvisiert, zitierte das Staatsfernsehen die iranische Armee.
Die Emirate wiesen die Angaben aus Teheran jedoch zurück. Berichte über einen Angriff auf die Basis "Al-Minhad" "entbehren jeder Grundlage", erklärte das Verteidigungsministerium in Abu Dhabi im Onlinedienst X. Die Armee der Emirate habe auf eine iranische Drohne "reagiert". Die Drohne habe sich "vom Iran genähert" und sei über den Hoheitsgewässern der Emirate entdeckt worden.
Das emiratische Außenministerium bezeichnete den iranischen Drohnenangriff als "gefährliche Eskalation". Die Emirate behielten sich das "volle und legitime Recht auf eine Reaktion" vor.
Der iranische Außenminister Abbas Araqchi warf unterdessen Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu vor, Washington in den Krieg mit dem Iran getrieben zu haben. "Auf Hebräisch prahlt Netanyahu offen damit, dass er die US-Regierung ausgetrickst hat, in einen Krieg gegen den Iran zugunsten Israels einzutreten", erklärte Araqchi im Onlinedienst X. "Auf Englisch lobt er die Führung des US-Präsidenten", fügte der iranische Chefdiplomat hinzu und bezeichnete Netanyahu als "Schlange".
Seit dem Beginn des Iran-Krieges vor sechs Monaten hat Teheran die für den Welthandel wichtige Straße von Hormuz weitgehend blockiert. In der Folge schnellten weltweit die Ölpreise in die Höhe. Die neuen Angriffe sorgten nun zu Wochenbeginn an den Ölmärkten für einen erneuten Preisanstieg. Sowohl die Nordsee-Referenzsorte Brent als auch das US-Pendant West Texas Intermediate verzeichneten einen Preisanstieg von mindestens zwei Prozent.
Die USA und Israel hatten ihre Angriffe auf den Iran am 28. Februar begonnen. Der Iran reagierte mit Angriffen auf US-Einrichtungen und US-Verbündete in der Golf-Region.
Im April wurde dann eine Waffenruhe vereinbart, im Juni ein Rahmenabkommen mit dem Ziel einer noch auszuhandelnden Friedensregelung geschlossen. Dennoch treten die von Pakistan und Katar vermittelten diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Konfliktes und zur Regelung der Situation in der Straße von Hormuz auf der Stelle.
Vor kurzem hatte US-Präsident Donald Trump daher angekündigt, einen beispiellosen "Wirtschaftskrieg" zu führen, um den Iran in die Knie zu zwingen. USA-Finanzminister Scott Bessent drohte mit einer "wirtschaftlichen Erstickung" des Landes. Verschärfte Sekundärsanktionen sollen auch ausländische Geschäftspartner Teherans treffen.
Der Iran-Krieg ist in den USA äußerst unpopulär und könnte die Republikanische Partei bei der Kongresswahl im November viele Stimmen kosten. Der Senator der oppositionellen Demokratischen Partei, Jack Reed, warf Trump am Freitag vor, die USA hätten unter seiner Führung kein einziges Kriegsziel erreicht. Stattdessen habe der Präsident "unsere Position im Nahen Osten und in der Welt erheblich geschwächt".
Unterdessen mehren sich US-Medienberichte, wonach das US-Militär immer wieder erfolgreich Schiffe entlang der Küste des Oman durch die Straße von Hormuz eskortiert. Die Analystin Michelle Wiese Bockmann vom Datenunternehmen Windward nennt die Operation einen "Shuttle Service": Öltanker führen begleitet durch Marineschiffe zu Tankterminals in den Persischen Golf ein und entlüden nach ihrer Ausfahrt bei Schiff-zu-Schiff-Transfers auf andere Tanker, die vor der Küste des Oman warteten, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. "Das alles passiert 'dunkel', wie wir das nennen. Die Schiffe haben ihre Transponder ausgeschaltet. Daher ist es sehr schwer genau die Durchfahrten zu messen."
Aus Angaben des Schifffahrtsdatenanbieter Lloyd's List Intelligence gehen etwa 15 Transite durch die Meerenge in der vergangenen Woche hervor, während es nach Daten von UKMTO von Freitag etwa 29 Durchfahrten waren. Laut UKMTO, die mit Schifffahrtsunternehmen in der Region in ständigem Kontakt steht, da sie auch über Angriffe und Notfälle berichtet, liegen die Durchfahrten damit auf etwa 22 Prozent des Niveaus vor dem Krieg.
In letzten Daten für den Monat Juli sieht Wiese Bockmann von Windward täglich den Transport von etwa fünf Millionen Barrel Öl durch die Straße von Hormuz. Die Analysen für den Monat August seien bisher nicht abgeschlossen - die Volumen seien jedoch auf dem "selben oder höheren" Niveaus. Vor dem Konflikt "flossen" täglich etwa 20 Millionen Barrel Öl durch die Meerenge. Das Unternehmen Windward unterhält unternehmerische Beziehungen zur US-Regierung und dem dortigen Verteidigungsministerium.
Für den Iran-Experten Hamidreza Azizi könnte eine Zunahme der Ölexporte aus dem Persischen Golf unter dem Schutz der USA einen Grund für die Islamische Republik darstellen, einzugreifen. "Washington scheint zu glauben, durch die Schaffung und den Schutz eines begrenzten Schifffahrtskorridors die Initiative zurückgewonnen zu haben. Teheran versucht zu verhindern, dass sich diese Regelung festigt", schrieb er auf X.
US-Präsident Trump kündigte wiederum eine harte Antwort auf die iranischen Gegenangriffe an. "Wir werden hart gegen sie zuschlagen", wurde Trump von einem Reporter des Senders Fox News zitiert. "Es wird eine Antwort geben." Der iranische Präsidenten Masoud Pezeshkian betonte, dass eine Fortsetzung des Krieges mit den USA nicht im Interesse des Iran sei. "Wir verfolgen weiterhin den Pfad der Einigung und des Verständnisses und sind der Überzeugung, dass eine Fortsetzung des Krieges weder in unserem Interesse noch im Interesse der Region ist", sagte Pezeshkian bei einem Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) in Kirgistan.
