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US-Gesandte Witkoff und Kushner wohl in Russland

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Witkoff und Kushner haben Putin schon mehrmals getroffen (Archivbild)
©Pool, Afp, APA, ALEXANDER KAZAKOV
In die Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs könnte unter Vermittlung der USA wieder Bewegung kommen. Die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner sind am Samstag vermutlich in Russland eingetroffen. Die staatliche russische Nachrichtenagentur Interfax meldete unter Berufung auf Luftfahrtkreise, ein Flugzeug sei in Moskau gelandet, das die beiden mutmaßlich transportiert habe.

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"Das US-Sonderflugzeug vom Typ Boeing C-32A, das vom Miami International Airport gestartet war, machte gegen 9:00 Uhr Moskauer Zeit einen Zwischenstopp in Helsinki und setzt nun seinen Flug nach dem Überfliegen der russischen Grenze fort", hieß es kurz zuvor aus den Flugsicherungsdiensten der Europäischen Union gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur TASS.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte einen Besuch Witkoffs und des Schwiegersohns von Präsident Donald Trump am Wochenende an. Besprochen sei, dass beide zunächst Moskau besuchen und am Sonntag erstmals überhaupt nach Kiew reisen, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft.

Russland rief die USA dazu auf, bei Gesprächen über ein Ende des Konfliktes die Realitäten auf dem Schlachtfeld zu berücksichtigen. Die Lage verändere sich zu Ungunsten der Ukraine, sagte der russische Vize-Außenminister Sergej Rjabkow der staatlichen russischen Nachrichtenagentur TASS zufolge. "Die Schlüsselfrage ist, inwieweit die US-Regierung angesichts der Realitäten vor Ort bereit ist, in die Suche nach einer echten Lösung für die aktuelle Krise zu investieren."

Für Medienberichte über den Beginn einer angeblichen Waffenruhe am Wochenende gab es zunächst keine offizielle Bestätigung. Die russische Seite hielt sich bedeckt. Kremlsprecher Dmitri Peskow antwortete auf die Frage, wann Witkoff und Kushner in Moskau erwartet würden: "Ich werde nichts ankündigen. Wenn diese Kontakte stattfinden, werden wir darüber informieren."

Trump bestätigte im Weißen Haus auf Reporternachfrage, dass er seine beiden Unterhändler entsandt habe. Sie würden einen Vorschlag mitbringen, um den Ukraine-Krieg zu beenden, sagte Trump. "Wir haben sie dorthin geschickt, um zu prüfen, ob wir etwas erreichen können", sagte er bloß. Wie schon bei vorherigen Vermittlungsbemühungen der USA in dem Krieg gab sich der Republikaner optimistisch, dass das gelingen könnte. Ein echter Durchbruch wurde bisher aber nicht erreicht - obwohl Trump einst verkündet hatte, er könne den Krieg binnen 24 Stunden beenden.

Selenskyj sagte, Ziel sei es, einen möglichst konstruktiven und inhaltsreichen Besuch und Verhandlungen mit der US-Seite zu ermöglichen, damit dieser Krieg zu Ende gebracht werden könne. Er kündigte an, dass die Ukraine - "wie es bei vorherigen diplomatischen Besuchen der US-Seite war" - die Sicherheit des russischen Luftraums gewährleisten werde, damit die Verhandler sicher ankommen könnten. Von ukrainischer Seite werde es keine Luftangriffe geben, versprach er. Russland müsse spiegelbildlich reagieren, sagte Selenskyj.

Allerdings gab es in der Nacht auf Samstag dann wieder Luftalarm und Berichte über Explosionen. Im ukrainischen Gebiet Dnipropetrowsk sind durch einen russischen Luftangriff in der Nacht auf Samstag vier Menschen getötet worden. Der Angriff habe einen Industriebetrieb in der Stadt Kamjanske getroffen, teilte Gebietsgouverneur Olexander Hanscha auf Telegram mit. Es habe sechs Verletzte gegeben. Das russische Militär in Moskau sprach von einem Angriff auf ein großes Metallkombinat, das die ukrainische Rüstungsindustrie beliefere.

Einschläge russischer Drohnen wurden in der Nacht auch aus dem Großraum Kiew gemeldet. Laut dem Nachrichtenportal "Kyiv Independent" gab es eine Welle von Drohnenangriffen, bei denen im Vorort Boryspil ein neunstöckiger Wohnblock beschädigt wurde. Zwei Frauen seien verletzt worden, hieß es unter Berufung auf Militärgouverneur Tymur Tkatschenko. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Über Russland hingegen wurden in der Nacht 59 ukrainische Drohnen abgewehrt, wie das Verteidigungsministerium in Moskau mitteilte. Die vergleichsweise niedrige Zahl lässt darauf schließen, dass die Ukraine wie angekündigt eine Feuerpause wegen des Besuchs der US-Vermittler einhält.

Witkoff und Kushner sind in der Trump-Regierung für die Bemühungen um ein Ende des seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskriegs zuständig. Die beiden Geschäftsleute haben seit 2025 mehrmals Moskau besucht, waren aber für ihre Vermittlungsbemühungen noch nie in Kiew. In den vergangenen Monaten lagen die Gespräche auf Eis, weil Trump sein Augenmerk auf den von ihm begonnenen Krieg gegen den Iran richtete. Zuletzt saßen die USA im Februar bei direkten Gesprächen zwischen Russland und der Ukraine in der Schweiz als Vermittler am Tisch.

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