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Er begründete die Angriffe damit, dass der Online-Händler militärische Ausrüstung für russische Soldaten verkaufe. "Als Armeeversorger sind sie ein legitimes Ziel", sagte Browdi. Die Angriffe mit Mittel- und Langstreckendrohnen etwa auf Ölraffinerien und Lager tief im Landesinneren führten auch dazu, dass der russischen Bevölkerung "das Sicherheitsgefühl abhanden" komme. "Unsere Angriffe schränken den Komfort ein, genauso wie das Benzin an russischen Tankstellen", sagte Browdi dem Blatt.
Dass die Menschen in Russland den Krieg stärker spürten als noch im Vorjahr, sorge dafür, dass viele den Krieg hinterfragten. Für Angriffe auf Abschussrampen für ballistische Raketen zur Stärkung der eigenen Luftabwehr benötige die ukrainische Armee aber eine Internetverbindung bis nach Russland hinein. Bisher habe man erfolglos versucht, das US-Unternehmen Starlink davon zu überzeugen, ausschließlich zum Schutz der Zivilbevölkerung über sein Satelliten-System in einem begrenzten Gebiet Russlands nahe der Grenze dafür einen Internetzugang einzurichten.
Zugleich warnte Browdi Deutschland davor, die Transformation der deutschen Bundeswehr durch Drohnen zu verschlafen. Nicht nur Armeen, sondern auch Terroristen oder andere böswillige Akteure könnten Drohnen zur hybriden Kriegsführung oder für Anschläge einsetzen. Deshalb sei eine bessere Integration von Drohnen sowie Abwehrmaßnahmen dagegen in die Bundeswehr unbedingt nötig. Drohnen könnten nicht einfach an eine Armee "angeschlossen" werden, sondern die gesamte Armee müsse sich auf die Drohnentechnologie einstellen.
Browdi argumentiert aus seiner eigenen Erfahrung: Als er sich vor viereinhalb Jahren der ukrainischen Armee angeschlossen habe, habe er mit einer "einfachen Kalaschnikow" gekämpft. "Die Drohne war vor viereinhalb Jahren irrelevant, jetzt ist sie die Hauptwaffe im Krieg und dominiert ihn." Nach seiner Einschätzung hätte die ukrainische Armee 2022 den Einmarsch Russlands aufhalten können, hätte sie bereits damals über Langstreckendrohnen von heute verfügt. Das Militär hätte "die Russen bereits in einer Entfernung von 150 Kilometern aufgespürt und ihre Zufahrtswege mit Drohnen vermint". Genauso könne ein etwaiger russischer Angriff auf das Baltikum mit Langstreckendrohnen besser abgewehrt werden, sagte Browdi.
A plume of smoke rises during a fire at Russian e-commerce firm Wildberries' logistics complex near the town of Podolsk, outside Moscow on August 16, 2026. Hundreds of drones targeted Moscow on August 16, 2026 as Russia launched missile strikes that killed three people and wounded more than a dozen in Kyiv and other Ukrainian cities, officials on the two sides said. Ukraine has increasingly targeted warehouses linked to the Wildberries online retailer, arguing its strikes are a response to Moscow's bombardment of Ukrainian towns and infrastructure. (Photo by TATYANA MAKEYEVA / AFP)
