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In Turin kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Die Veranstaltenden sprachen von 50.000 Teilnehmenden. Vor dem Rathaus kippten diese zwei Behälter mit Mist aus. In Rom zogen Tausende Menschen mit Traktoren durch die Straßen. Sie protestierten gegen die hohen Lebenshaltungskosten und die Aufrüstungspolitik. In Mailand blockierten nach Angaben der Veranstalter mehr als 30.000 Demonstrierende die östliche Stadtumfahrung.
In Padua brannte ein Bild von Bildungsminister Giuseppe Valditara. In Neapel verbrannten Demonstrierende ein Transparent mit Abbildungen Melonis und der Hochschulministerin Anna Maria Bernini. Das Innenministerium ergriff Maßnahmen, um gewaltbereite Personen zu isolieren und Ausschreitungen wie bei den Krawallen der vergangenen Wochen in Mailand und Rom zu verhindern.
Die Gewerkschaft wendet sich gegen die von der Regierung rund um die veränderte Sicherheitslage in Europa vorangetriebene "Kriegswirtschaft" und fordert höhere Löhne, Maßnahmen gegen die steigenden Preise sowie mehr Investitionen in öffentliche Dienstleistungen. Zudem kritisiert sie das Vorgehen gegen junge Menschen und Beschäftigte, die für ihre Rechte demonstrieren. Der Streik soll verschiedene Bereiche erfassen, darunter das Gesundheitswesen, Schulen und Häfen. Auch weitere Gewerkschaftsverbände haben Arbeitsniederlegungen angekündigt.
Ursprünglich sollte der Aufstand auch den Verkehrssektor betreffen. Das italienische Verkehrsministerium verschob den Streik im Eisenbahnsektor jedoch per Anordnung auf einen späteren Zeitpunkt. Die staatliche Bahngesellschaft Ferrovie dello Stato (FS) kündigte daraufhin an, dass die Züge am Donnerstag und Freitag nach dem regulären Fahrplan verkehren. Auch der private Anbieter Italo bestätigte den planmäßigen Betrieb. Die Arbeitsniederlegungen im Bahnverkehr waren ursprünglich von Donnerstag, 21.00 Uhr, bis Freitag, 20.59 Uhr, vorgesehen.
Die Gewerkschaft begründet den Streik vor allem mit den stark gestiegenen Preisen, insbesondere für Kraftstoffe. Diese belasteten Millionen Beschäftigte, deren ohnehin niedrige Löhne die Inflation nicht mehr ausglichen. Die Maßnahmen der Regierung dagegen seien unzureichend. Zudem wirft die USB dem Kabinett vor, die Interessen von Mineralölkonzernen und Banken unterverhältnismäßig zu bevorzugen. Die Proteste knüpfen an die Mobilisierungen der vergangenen Wochen an.
"Wir gehen gemeinsam mit den Beschäftigten auf die Straße, die gegen die hohen Lebenshaltungskosten sowie gegen die Politik von Krieg und Aufrüstung mobilisieren", erklärten die Studierendenorganisationen. "Wir lehnen die Vorstellung ab, dass unsere Zukunft von schlecht bezahlten Jobs, befristeten Arbeitsverträgen, Ausbeutung und der Unmöglichkeit geprägt sein muss, ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen", hieß es in der Erklärung.
Der Streik fiel mit einer internationalen Mobilisierung von Hafenarbeitern in mehr als 40 Häfen im Mittelmeerraum und in Europa zusammen. Die Beschäftigten legten ihre Arbeit nieder, um gegen den Waffenhandel, die Militarisierung der Infrastruktur und die Einbindung von Häfen in militärische Operationen zu protestieren.
