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ORF-Wahl: APA-CEO Clemens Pig tritt fix an

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Clemens Pig

©APA/APA-Fotoservice/Ludwig Schedl

Der Chef der Austria Presse Agentur gilt als Favorit im Rennen um den öffentlich-rechtlichen Chefsessel.

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Sie wurde lange erwartet, jetzt ist sie da: die Bewerbung von APA-CEO Clemens Pig für die ORF-Generaldirektion. Der Medienmanager galt schon seit Wochen als Favorit im Rennen um den ORF-Chefsessel und stieg am Donnerstag und damit dem letzten Tag vor Bewerbungsschluss offiziell ein.

„Der ORF ist nicht irgendein Medienunternehmen. Er ist eine zentrale demokratische Institution dieses Landes“, begründete Pig seinen Schritt.

Motto: „Ein ORF, dem Österreich vertraut“

„Ich möchte Verantwortung dafür übernehmen, dass der ORF Vertrauen stärkt, Orientierung gibt und seine besondere Rolle im digitalen Zeitalter konsequent weiterentwickelt“, so der Neo-Kandidat auf den Chefposten bei Österreichs größtem Medientanker.

Entsprechend ist auch das Motto für Pigs Kandidatur gewählt: „Ein ORF, dem Österreich vertraut“. Dabei gehe es nicht um Marketing, stellte Pig in einer Aussendung klar: „Vertrauen entsteht nicht durch Kampagnen. Vertrauen entsteht durch Verhalten. Ein ORF, dem Österreich vertraut, muss fair, plural, sachlich, lernfähig und nachvollziehbar handeln – jeden Tag.“

„Nicht Selbstdarstellung oder große Inszenierung“

Gefragt seien dabei nicht Selbstdarstellung oder große Inszenierung, sondern eine ruhige, verbindliche und umsetzungsorientierte Führung. Schließlich reiche die Aufgabe eines ORF-Generaldirektors weit über klassisches Medienmanagement hinaus. „Es geht nicht nur um Quote, Reichweite oder kommerzielle Logiken. Der ORF muss mit seiner ganzen Kraft für Public Value, demokratische Orientierung, kulturelle und regionale Identität, digitale Innovation und journalistische Glaubwürdigkeit stehen. Er muss ein öffentliches Haus bleiben – unabhängig von Parteien, Interessen und einzelnen Milieus.“

Der 51-Jährige gilt als Verbinder, der durch seine mittlerweile zehnjährige Tätigkeit an der Spitze der Nachrichtenagentur APA – einer Genossenschaft im Eigentum des ORF und vieler österreichischer Tageszeitungen – mit beinahe allen größeren Medien im Land regelmäßig im Austausch steht.

Der Tiroler tritt zudem als vehementer Befürworter von Kooperationen am heimischen Medienmarkt auf, um mit sauberen Informationen gegen die Big-Tech-Giganten und deren Plattformen zu bestehen. Dies betonte Pig auch im Zuge seiner nun erfolgten Bewerbung: „Deshalb braucht es einen ORF, der stark ist, aber nicht selbstbezogen; der kooperiert, wo es dem Standort nützt; und der seine Infrastruktur, Innovationskraft und Erfahrung fair und transparent in Partnerschaften einbringt.“

„Keine Pose der Revolution“

„Der ORF braucht keine Pose der Revolution, aber auch keine bloße Fortsetzung des Gewohnten“, machte Pig deutlich, dass ihm kein Weiter-So vorschwebe: „Er braucht Erneuerung mit Vertrauen und Vision – und eine Führung, die entscheidet, erklärt, zuhört und umsetzt.“

Dabei sehe er selbst fünf zentrale Aufgaben für die künftige ORF-Spitze: „Wirtschaftliche Stabilität und transparente Governance, Stärkung von Vertrauen, Publikum und öffentlich-rechtlichem Auftrag, digitale Transformation inklusive KI, organisatorische Erneuerung samt transparenter, gleichstellungsorientierter und diskriminierungsfreier Unternehmenskultur sowie Kooperation für den Medienstandort Österreich.“

ÖVP- und SPÖ-nahe Stiftungsräte als mutmaßliche Unterstützer

Pig hat laut Beobachtern die Unterstützung von zumindest Teilen der ÖVP- und SPÖ-nahen ORF-Stiftungsräte. Gemeinsam stellen die beiden „Freundeskreise“ im obersten ORF-Gremium, das am 11. Juni zur Wahl der ORF-Spitze zusammenkommt, eine deutliche Mehrheit.

Abseits von Pig haben sich noch einige weitere renommierte Medienmanagerinnen und -manager beworben. Darunter finden sich etwa der frühere ProSiebenSat.1Puls-4-Geschäftsführer Markus Breitenecker, ORF-Magazinchefin Lisa Totzauer und nun auch der im Ausland erfolgreiche Ex-HBO-, Hulu- und Shahid-Manager Johannes Larcher.

Die gegenwärtige ORF-Chefin Ingrid Thurnher verzichtet dagegen auf eine Kandidatur. Sie begründete am Donnerstag den Schritt damit, so in den kommenden Monaten mehr Freiheit bei der Aufarbeitung von Missständen zu haben und besser Weichenstellungen vornehmen zu können.

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