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Der Zusammenschluss von Warner und Paramount sei eine Konsequenz daraus, dass nur ganz große oder sehr lokale Medienunternehmen überleben werden, sagte Zeiler am Mittwoch bei der Veranstaltung des Manstein-Verlags ("Horizont") in Wien. Öffentlich-rechtlichen Rundfunk - ein "Geschenk" - werde es auch weiterhin geben. Aber nur ihn zu haben, wäre "auch schlecht". "Medienvielfalt zeichnet eine demokratische Gesellschaft aus. Ein Minimum an Medienvielfalt muss sein", sagte Zeiler und erinnerte die Politik daran, diese auch zu fördern.
Um zu überleben, müsse man ein Alleinstellungsmerkmal haben und mit diesem auch auf allen Plattformen vertreten sein. "Es gibt keinen Weg daran vorbei, dass wir auf TikTok und Facebook sind", sagte der frühere ORF- und RTL-Chef. Ärgerlich sei, dass man es nicht geschafft habe, Social Media medienrechtlich zu definieren. Für sie sollten die gleichen Kriterien wie für herkömmliche Medien gelten. "Europa ist stark genug, um diese letztlich auch wirtschaftliche Auseinandersetzung mit den USA zu führen", zeigte er sich überzeugt.
Seinen Auftritt nutzte er auch, um auf einen Podcast hinzuweisen, den er gemeinsam mit Erste-Stiftung-CEO Andreas Treichl im Herbst startet. Darin werde "über die Welt und andere Unwichtigkeiten" geredet. Es gehe um die Einordnung von globalen Entwicklungen und der österreichischen Politik. Aber man wolle auch Raum für anderes geben: Diskussionen über Fußball oder auch die Salzburger Festspiele.
Medienmanager Markus Breitenecker bezeichnete Social Media als "die größten Polarisierungsmaschinen". Inhalte, die nicht polarisieren, hätten dort keine Chance. "Doomscrolling" bediene die Süchte der Menschen perfekt. "We are fucked", so Breitenecker. Ganz aufgeben wolle er aber noch nicht. Nach wie vor müsse das Ziel sein, sich auf europäischer Ebene zusammenzuschließen und eigene Social-Media-Projekte auf die Beine zu stellen. "Dann haben wir eine kleine Chance", zeigte sich der frühere ProSiebenSat.1Puls4-Geschäftsführer etwas optimistischer als zuvor noch Zeiler.
Auch Marlene Svazek, Landeshauptfrau-Stellvertreterin und FPÖ-Landesparteichefin in Salzburg, war bei der Veranstaltung als Diskutantin geladen. Sie gab Einblick, wie sie einst vor vielen Jahren zur FPÖ gelangt ist: wegen der "Presse" und dem "Standard". In beiden Zeitungen habe sie einst dieselben Geschichten aus leicht unterschiedlichem Blickwinkel vorgefunden - "mit der Realität inkompatibel", befand Svazek.
Mittlerweile bestimme auch die FPÖ mit ihren eigenen Kanälen über die öffentliche Meinung mit. Der Social-Media-Auftritt der Partei sei auch nötig, weil es der FPÖ nach wie vor schwer falle, in traditionellen Medien vorzukommen. Das belege auch eine Medienanalyse, die man sehr professionell betreibe. "Monat für Monat analysieren wir, wo komme ich vor, in welchen Medien komme ich vor, welche Parteien kommen wie oft vor, welcher Journalist schreibt über wen, welcher Journalist schreibt was und in welcher Tonalität", sagte Svazek.
In den Redaktionen gebe es keinen Meinungspluralismus, monierte sie und wünschte sich mehr Quereinsteiger in den traditionellen Medien, um deren Blick zu verändern. "Ich will keine Gefälligkeitsberichterstattung, nur Objektivität", sagte Svazek.
Dass in Redaktionen nur linke Meinungen verbreitet wären, sieht Medienmanager Breitenecker anders. Dieser Befund sei allerdings bereits Mehrheitsmeinung in Österreich, räumte er ein: "Da hat die FPÖ-Propaganda gut gewirkt."
