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Karoline Edtstadler: „Eine kleine Planänderung“

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Karoline Edtstadler

©Tobias Steinmaurer / picturedesk.com

Neben den turbulenten Regierungsverhandlungen im Bund ist das die politische Überraschung: Karoline Edtstadler wird Landeshauptfrau in Salzburg. Anfang Juli tritt sie die Nachfolge von Langzeit-Vorgänger Wilfried Haslauer an.

Karoline Edtstadler ist eine Frau, die Chancen ergreift. Eine, die nicht zögert, wie es Frauen vor möglichen Karrieresprüngen oft tun. Hatte sie die Landeshauptfrau auf ihrer politischen To-Do-Liste?

„Um ehrlich zu sein: nein“, sagt sie, aber im Prinzip habe sich jeder Schritt in die und in der Politik für sie so ergeben. Sie sei immer gefragt worden. Ob sie Staatssekretärin im Innenministerium werden will, EU-Spitzenkandidatin, Verfassungsministerin – Edtstadler hat Ja gesagt.

Ablehnen kommt nicht in Frage

Sie hatte aber schon ihren Abschied aus der Politik verkündet, als der Salzburger Landeshauptmann Wilfried Haslauer fragt, ob sie LH-Stellvertreterin unter seinem Nachfolger Stefan Schnöll werden will. „Ich habe eine ­Weile überlegt, weil ich ja meine Eintragungsfähigkeit als Rechtsanwältin erlangen wollte. Aber dann habe ich mich entschieden, Verantwortung für mein Heimatbundesland zu übernehmen.“

Ob sie stattdessen Landeshauptfrau werden will, wurde Edtstadler genau genommen nicht gefragt: „Das hat mir Haslauer als ,kleine Planänderung‘ eher mitgeteilt. Aber es wäre mir nicht in den Sinn gekommen, das abzulehnen.“

Die Art, mir zu begegnen, hat sich schlagartig geändert, als ich designierte Landeshauptfrau war. Die Leute waren aufgeschlossener, freundlicher

Karoline EdtstadlerLandeshauptfrau von Salzburg

Polternd, mächtig, landesfürstlich – so ist das Bild der Länderchefs. Wie fühlt sich das an, wenn man neu ist? „Natürlich ist mir als Bundespolitikerin aufgefallen, dass die Landeshauptleute, vor allem in der ÖVP, besonderen Einfluss haben. Aber so richtig bewusst geworden ist es mir, als ich selbst diese Position übernommen habe“, sagt Edtstadler. „Das liegt auch daran, dass man bei den Menschen im Land einen anderen Status hat als Bundespolitiker. Ich war auch als Ministerin viel in Salzburg, aber die Art, mir zu begegnen, hat sich schlagartig geändert, als ich designierte Landeshauptfrau war. Die Leute waren aufgeschlossener, freundlicher.“

Nicht nur einmal sei es ihr passiert, dass honorige Salzburger gleich einmal nach ihrer Handynummer gefragt haben. Die vom alten Landeshauptmann hätte man schließlich auch gehabt.

Workaholic und Perfektionistin

In ihrem Amtssitz haben seinerzeit die Fürsterzbischöfe Salzburgs gewirkt. Viel Protokoll gibt es bis heute: „Bundespolitiker sind Gast im Land. Erste oder Erster ist aber die Landeshauptfrau oder der Landeshauptmann. Und niemand anderer hat das Schlusswort. Das war mir bewusst und das lebe ich auch.“

Doch wie arbeitet man sich in diese Rolle ein? „Ich habe immer viel gearbeitet, bin Workaholic und Perfektionistin. Aber ich habe noch nie so viele Themen auf dem Schreibtisch gehabt wie jetzt als Landeshauptfrau. Und ich bin halt auch Juristin – ich unterschreibe nichts blind.“ Und, so gesteht Edtstadler ein, eines habe sie doch überrascht, „wie groß die Last der Verantwortung an der Spitze eines Landes ist. Ich hatte schon etliche schlaflose Nächte.“

Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 51+52/2025 erschienen.

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