Pudding, Posen, Provokation: Wie das Netz 2025 zwischen Selbstoptimierung und Scheißegal-Stimmung schwankte.
2025 war das Jahr, in dem virale Trends endgültig gezeigt haben, wie zerrissen das Internet ist: Zwischen Wellness-Challenge und Wut-Klick, zwischen hyperperfekter Ästhetik und stolzer Unperfektion. Wer nach „virale Trends 2025“ oder „TikTok-Trends 2025“ sucht, landet in einem digitalen Paralleluniversum, irgendwo zwischen Puddingbecher und Philosophie.
Pudding mit Gabel & Totr: Die Absurdität siegt
Aus Deutschland heraus rollte im Spätsommer eine Welle durch TikTok: „Pudding mit Gabel“ – Hunderte Jugendliche treffen sich im öffentlichen Raum, um Pudding demonstrativ mit der Gabel zu essen, Deckel antrommeln inklusive Countdown.
Ähnlich sinnfrei und genau deshalb erfolgreich: der russische „Totr“-Trend, zwei nackte SpongeBob-Figuren, deren Bedeutung ungefähr so klar ist wie die Steuererklärung eines Influencers.
Wabi-Sabi-Videos & verletzliche Feeds
Parallel dazu boomte ein Gegentrend: Wabi-Sabi-Clips, in denen Nutzer ihr „unperfektes“ Leben zeigen verwackelte Handyvideos, Tränen im Badezimmer, kaputte Beziehungen, dazu ein emotionaler Sound. Die Botschaft: Schluss mit dem Filter-Leben, her mit der ehrlichen Verwundbarkeit.
Auch klassische TikTok-Formate – „Ein Tag in meinem Leben“, Glow-up-Strecken, Behind-the-Scenes wurden 2025 noch persönlicher und intimer inszeniert.
AI-Hype und Silent Dances
Ohne KI ging kaum ein viraler Trend: AI-generierte Videos, Bilder und Memes vom komplett synthetischen Sketch bis zur Deepfake Parodie – dominierten die For-You-Pages.
Später im Jahr kamen Formate dazu, die das TikTok-System selbst zum Mitspieler machten: etwa Dances „ins Nichts“, bei denen Creator in Stille tanzen und die App danach automatisch einen zufälligen Sound darunterlegt. Chaos als Konzept.
Rage-Bait & die Ökonomie der Empörung
Auf einer dunkleren Seite des Trend-Spektrums stand Content, der gezielt auf maximale Empörung setzte. So sehr, dass „Rage bait“ 2025 von Oxford University Press zum Wort des Jahres gekürt wurde.
Das Prinzip: ein kurzer Clip, eine provokante Meinung, ein vermeintlich skandalöses Verhalten – genug, um Kommentarspalten explodieren zu lassen. Reichweite gibt es gratis, Vertrauen kostet es trotzdem.
Viral um jeden Preis
Die viralsten Trends 2025 zeigen ein Netz im Dauer-Spagat:
so absurd wie möglich, um im Feed aufzufallen,
so emotional wie nötig, um nicht komplett zynisch zu wirken,
so optimiert wie nie, dank KI-Tools, die aus jeder Idee einen Shareable Moment machen.
Wer 2025 viral gehen wollte, brauchte vor allem eines: die richtige Mischung aus „was zur Hölle?“ und „das bin ich“.






