Israel und USA beenden 40 Jahre Terror durch die Mullah-Herrschaft.
Im Iran kursiert seit Wochen ein zynischer Scherz: „Hoffentlich greift uns Israel an und nicht die USA.“ Die Bevölkerung fürchtet weniger die präzise Kriegsführung Israels – als die der Amerikaner mit oft unkontrollierter Bombardierung.
Rückblick
Nach dem Sturz der Monarchie 1979 übernahm ein schiitisch-theokratisches Regime unter Ayatollah Ruhollah Chomeini die Macht. Es brach die Beziehungen mit Israel ab, erklärte den jüdischen Staat als illegitim, Israel zum „Erzfeind“ und die Zerstörung Israels als fundamentales Ziel des Iran. Eine Welle von Terroranschlägen begann gegen Israelis und Amerikaner mit Hunderten von Toten. Diese mehr als 40-jährige „Feindschaft“ hält Israel in einer Art Würgegriff. Seit Jahren überlegen Politik, Militär und Geheimdienst, wie sich das Land daraus befreien könnte.
In den 1980er-Jahren verschärfte sich dann der Konflikt. Der Iran entwickelte den Plan, vorerst einem direkten Angriff auf Israel auszuweichen und durch Einkreisung des Landes die Verteidigung Israels zu schwächen. Es finanzierte pro-iranische Gruppen wie die Hisbollah im Libanon, die Hamas im Gazastreifen, Terror-Milizen in Syrien, Huthi-Miliz im Jemen sowie die PMU (Al-Haschd asch-Scha‘bī) im Irak und versorgte sie mit Waffen.
Der Krieg der Stellvertreter gegen Israel garantierte Iran den Freiraum, ab etwa 2000 das Nuklearprogramm zu forcieren. Eine Nuklearmacht Iran mit bestens ausgerüsteten Verbündeten rund um Israel hätte das Ende des jüdischen Staates bedeutet. Israel musste reagieren.
Infiltration
Der Plan, Irans Mullah-Regime auszuschalten, geht auf Meir Dagan zurück – der „Mann mit eisernen Nerven“ –, Leiter des Mossad von 2002 bis 2016, der 2007 in Syrien eine Atomanlage zerstören ließ. Unter seiner Führung begann die Infiltration israelischer Agenten in den Iran, die 2009 die geheime nukleartechnische Anlage in Ghom entdeckten. Die Agenten destabilisierten den iranischen Sicherheits- und Geheimdienst durch systematische Unterwanderung, die Kommunikations- und Infrastruktur durch Cyberattacken und den Machtapparat durch gezielte Tötung ihrer Repräsentanten. Die Pager-Attacke gegen Hisbollah – mit 15 Jahren Vorbereitung – war Dagans Plan.
Israels Konzept war die Absicherung eines Angriffs auf den Iran durch die schrittweise Ausschaltung der regionalen Verbündeten Teherans – dann wäre Israel militärisch in der Lage, den Iran so weit zu schwächen, dass er keine existenzielle Gefahr für Israel bedeuten würde.
Der Krieg Israels gegen den Iran begann am 8. Oktober 2023, einen Tag nach dem überraschenden Angriff – auf Befehl des Iran – der Hamas auf Israel.
Die erste Gegenreaktion war ein massiver Schlag gegen militärische und zivile Infrastrukturen der Hamas in Gaza. Das nächste strategische Ziel war die Ausschaltung der Hisbollah. Während der internationalen Empörung über den Besuch des israelischen Premierministers bei der UNO erteilte Netanjahu am 17. September 2024 den Befehl zur Operation „Pager-Attacken“.
Ein erheblicher Teil der militärischen Führung der Hisbollah wurde getötet oder verwundet. In den darauffolgenden Tagen zerstörte Israel Waffendepots und militärische Infrastrukturen im Libanon. Mit der Tötung ihres langjährigen Anführers Hassan Nasrallah am 28. September 2024 wurde die Organisation entscheidend geschwächt – und damit die Bedrohung Israels aus dem Norden.
Luftangriffe
Am 31. Juli 2024 tötete eine Bombe im Gästehaus der Regierung in Teheran den Hamas-Führer Ismail Haniyeh. Am 16. Oktober folgte der Tod von Yahya Sinwar in Gaza. Durch die umfangreiche militärische Intervention in Gaza wurde die Hamas weitgehend zerschlagen; auch von ihr ging keine militärische Bedrohung mehr aus.
Mit dem Sturz des Assad-Regimes am 8. Dezember 2024 und der Zerstörung iranischer Militärstützpunkte und Nachschubstrukturen in Syrien und im Irak verlor Teheran seine wichtigsten regionalen Verbündeten. Ein koordinierter Mehrfrontenangriff gegen Israel im Auftrag des Iran war damit ausgeschlossen. Israel war nun bereit für einen Angriff auf den Iran.
Am 13. Juni 2025 starteten israelische Streitkräfte eine Reihe von Luftangriffen auf iranische Ziele, vordergründig zur Zerstörung der Nuklearanlagen. Doch der tatsächliche Grund war eine Art von Test-Run für den jetzigen Angriff. Während Journalisten sich gegenseitig überboten, die Aktion als misslungen zu bezeichnen, sammelte Israel wertvolle Informationen über die Verteidigungsbereitschaft des Iran und sein Potenzial zurückzuschlagen.
Ein Sprecher der IDF erklärte: „Israel ist diesmal aufgrund der Erfahrungen vom 13. Juni deutlich besser auf die Angriffe gegen den Iran als auch die Raketenangriffe auf Israel vorbereitet.“
Geheimdienst
In den Wochen nach dem Angriff vom 13. Juni 2025 übten sowohl Netanjahu als auch Mohammed bin Salman von Saudi-Arabien – die beiden wichtigsten Verbündeten der USA – Druck auf Trump aus, dem endgültigen Schlag gegen die iranische Führung zuzustimmen. Bis Trump im September 2025 der US-Armee und dem Geheimdienst den Befehl gab, den Angriff gemeinsam mit Israel vorzubereiten.
Israel mischt sich grundsätzlich nicht in innere Angelegenheiten anderer Staate ein – es geht einzig und allein um die Sicherheit des Landes. Ob der Angriff gegen den Iran erfolgreich sein wird – ein Mazel Tov War, ein geglückter Krieg –, entscheidet nur ein Ergebnis: Wird eine neue Führung des Irans arabischen Ländern folgen und mit Israel Frieden schließen oder weiter die „Vernichtung“ Israels fordern?
Die große Unbekannte sind derzeit die Pläne des Mossad. Im Juni 2025 veröffentlichte der Mossad zahlreiche Videos über seinen Beitrag zur Zerschlagung der iranischen Luftabwehr und der Führungsspitze – diesmal herrscht seitens des Geheimdiensts Funkstille. Das absolute Schweigen des Mossad deutet für den Fall einer weiteren Bedrohung Israels durch eine neue Führung im Iran auf eine dramatische Eskalierung durch moderne Kriegsführung, die Israel derzeit noch zurückhält.
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Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 10/2026 erschienen.







