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Iranische Boote schießen auf Tanker in Straße von Hormuz

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Normalisierung des Schiffsverkehrs nicht in Sicht
©Afp, APA
Iranische Kanonenboote haben am Samstag nach Angaben einer britischen Behörde auf einen Tanker in der Straße von Hormuz geschossen. Wie die britische Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) mitteilte, berichtete der Kapitän des Tankers von einem Angriff durch zwei Kanonenboote der Iranischen Revolutionsgarden rund 37 Kilometer nordöstlich des Oman. Kurz zuvor hatte der Iran seine Entscheidung zur Öffnung der Straße von Hormuz für den Schiffsverkehr rückgängig gemacht.

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Ohne Vorwarnung hätten die Boote "auf den Tanker geschossen". Der Tanker und die Besatzung sind demnach in Sicherheit, die Behörden ermitteln. Mehrere Schiffe berichteten von einem Funkspruch der iranischen Marine, in dem die erneute Schließung der Straße von Hormuz bekannt gegeben wird.

Nach Angaben eines Schiffverfolgungsdienstes gab es in der Straße von Hormuz einen Schusswechsel zwischen den Iranischen Revolutionsgarden und indischen Handelsschiffen. Wie der Dienst TankerTrackers.com unter Berufung auf den maritimen Notrufkanal berichtet, drängten iranische Einheiten zwei Schiffe gewaltsam zurück. Betroffen sei unter anderem ein VLCC-Supertanker, der zwei Millionen Barrel (rund 272.000 Tonnen) irakisches Rohöl transportiert.

UKMTO teilte zudem mit, dass ein Containerschiff in dem Gebiet von einem "unbekannten Projektil" getroffen worden sei. Dabei seien einige Container beschädigt worden, zu einem Brand sei es aber nicht gekommen. Es war unklar, ob es sich um den Vorfall mit den indischen Schiffen handelte.

Durch den Iran-Krieg im Persischen Golf gestrandete Kreuzfahrtschiffe durchquerten indes erfolgreich die Straße von Hormuz und sind auf dem Weg nach Europa. Darunter sind "Mein Schiff 4" und "Mein Schiff 5" von TUI Cruises und die "MSC Euribia" der Schweizer Gesellschaft MSC. Die Schiffe seien am Samstag im Konvoi durch die Meerenge vor dem Iran gefahren, sagte ein MSC-Sprecher. "Die Durchfahrt erfolgte in enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden", hieß es.

Die TUI-Schiffe seien auf dem Weg Richtung Mittelmeer, teilte das Unternehmen in Hamburg mit. Weitere Details zum Routenverlauf und Zeitplan will die Reederei mitteilen, sobald diese verlässlich feststehen. Die "MSC Euribia" fährt nach Angaben ihrer Gesellschaft nach Nordeuropa. Die Kreuzfahrt der "Euribia" ab Kiel am 16. Mai werde wie geplant stattfinden.

Der oberste iranische Führer Mojtaba Khamenei hat in einer ihm zugeschriebenen schriftlichen Botschaft der US-Armee mit einem vernichtenden Schlag gedroht. Die "tapfere iranische Marine" sei bereit, ihren Feinden "neue Niederlagen" zuzufügen, erklärte Khamenei am Samstag auf Telegram.

US-Präsident Donald Trump lässt sich nach eigenen Angaben nicht von der iranischen Blockade der Straße von Hormuz unter Druck setzen. Teheran gehe seit Jahren so vor - "damit können sie uns nicht erpressen", sagte er vor Journalisten im Weißen Haus. Er betonte, dass beide Seiten weiterhin verhandelten. "Wir führen derzeit sehr gute Gespräche. Es läuft wirklich sehr gut", sagte er. Bis zum Ende des Tages könnte es einige neue Erkenntnisse geben.

Der Iran nutzt die Sperrung der Straße von Hormuz nach eigenen Angaben indes gezielt als politisches Druckmittel gegen internationale Sanktionen. Wie der Erste Vizepräsident Mohammed-Reza Aref laut Nachrichtenagentur Fars sagte, sei Teheran durch die Verwaltung der Meerenge in der Lage, allen wirtschaftlichen Strafmaßnahmen standzuhalten. Das Ende des Krieges mit den USA und Israel wird aus Sicht von Aref mit einem Ende der Sanktionen zusammenfallen.

Nach Auffassung des Vizepräsidenten liegt die Verwaltung der Wasserstraße völkerrechtlich in der alleinigen Verantwortung des Irans. Diese Aussage ist aber höchst umstritten und entspricht nicht der herrschenden internationalen Rechtsauffassung.

Die iranische Armeeführung begründete die neuerliche Blockade der wichtigen Schifffahrtsstraße laut Staatsmedien mit der anhaltenden US-Blockade iranischer Häfen. Die Straße von Hormuz stehe nun erneut "unter strenger Führung und Kontrolle der Streitkräfte", so lange die USA nicht die freie Schifffahrt zum Iran ermöglichten, hieß es.

Teheran hatte am Freitag nach dem Inkrafttreten einer Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon eine Öffnung der Straße von Hormuz für Handelsschiffe bekannt gegeben. Durch die Meerenge verläuft normalerweise ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssigerdgaslieferungen. Die Märkte reagierten zunächst erleichtert, der Ölpreis sackte ab, der zuvor wegen der Blockade weltweit massiv angestiegen war.

US-Präsident Donald Trump hatte die Öffnung begrüßt, kündigte aber zugleich an, die US-Blockade iranischer Häfen bleibe bis zu einem Abkommen mit Teheran über ein endgültiges Kriegsende bestehen. Daraufhin drohte der Iran mit einer erneuten Sperrung der Meerenge.

Das US-Militär teilte mit, weiter gegen Schiffe vorzugehen, die iranische Häfen anlaufen oder von dort ablegen wollen. Seit Beginn der Maßnahme seien 23 Schiffe der Anweisung der US-Streitkräfte gefolgt und seien in Richtung Iran zurückgekehrt, teilt das zuständige US-Regionalkommando CENTCOM mit.

Die zwischenzeitliche Aussicht auf eine Normalisierung des Schiffsverkehrs auf der wichtigen Route hatte die Börsen beflügelt und die Rohölpreise einbrechen lassen. Praktische Folgen hatte die iranische Ankündigung aber kaum.

Offen ist, welchen Einfluss die Entwicklung in der Straße von Hormuz auf die angestrebten neuen Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über eine Lösung des Konflikts haben wird. Einen Termin für die Wiederaufnahme der am vergangenen Sonntag ergebnislos abgebrochenen Gespräche gibt es nicht, aber ein wichtiges Datum: Am kommenden Mittwoch endet die Feuerpause zwischen den USA und Israel einerseits und dem Iran andererseits.

Bemühungen unter der Vermittlung Pakistans laufen, die Feuerpause zu verlängern und eine umfassende Einigung auch im Streit über das iranische Atomprogramm anzubahnen. Nach unbestätigten US-Medienberichten könnten die Unterhändler am Montag in der Hauptstadt Islamabad erneut zusammenkommen.

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