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Energiearmut: Alarmierende Zahlen für Haushalte in Österreich

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Johannes Huber

©Matt Observe

Hohe Kosten für Strom und Gas gehen bereits bei 500.000 Haushalten in die Substanz. Umso alarmierender ist zu Beginn einer möglichen neuen Teuerungswelle, dass staatliche Kassen leer sind.

Kaum hat sich die erste spürbare Teuerungswelle seit Jahrzehnten zurückgezogen, bahnt sich infolge der Eskalation im Nahen Osten die nächste an. Spritpreise sind bereits nach wenigen Wochen um rund ein Drittel gestiegen, zumindest Diesel kostete erstmals seit 2022 wieder mehr als zwei Euro pro Liter.

Das droht sich durchzufressen. So könnten die Preise für Energie insgesamt neuerlich explodieren. Nachdem sie das vor drei Jahren getan hatten, kam es zu messbaren sozialen Verwerfungen. Genauer: Energiearmut hat stark zugenommen. Waren 2021 knapp acht Prozent aller österreichischen Haushalte davon betroffen, so handelte es sich zuletzt, im Jahr 2024, um 12,5 Prozent bzw. 517.000. Das hat Statistik Austria erhoben.

Von Energiearmut ist unter anderem die Rede, wenn die Wohnung aus finanziellen Gründen nicht mehr angemessen warm gehalten werden kann; oder wenn es unmöglich ist, Strom- und Gasrechnungen fristgerecht zu begleichen; oder wenn etwa grundsätzlich eine Armutsgefährdung vorliegt und sich etwa in den eigenen vier Wänden Feuchtigkeit ausbreitet.

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 © Waltl & Waltl

Das Problem ist, dass Kosten für Haushaltsenergie bei all jenen mit weniger Geld ungleich stärker ins Gewicht fallen als bei jenen mit mehr Geld. Beim untersten Zehntel machen sie laut Statistik Austria achteinhalb Prozent der monatlichen Gesamtausgaben aus, beim obersten nur zweieinhalb. Es ist ein riesiger Unterschied.

Die Regierung hat auf diese Entwicklung reagiert. Mit 1. April tritt ein Sozialtarif für Strom* in Kraft. Davon werden viele profitieren, voraussichtlich aber nur rund 300.000 und damit bei Weitem nicht alle 517.000 „energiearmen“ Haushalte. Außerdem muss das jemand bezahlen. Und der teilstaatliche Verbundkonzern, der etwa fünf Millionen Euro übernimmt, sagt, dass er mit seinen Gesamtbeiträgen zugunsten des klammen Bundesbudgets am Limit sei – was im Lichte einer möglichen neuen Teuerungswelle durchaus alarmierend ist.

Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 13/2026 erschienen.

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