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Familienbeihilfe: Auf Kosten der Kinder

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Johannes Huber

©Matt Observe

Trotz hoher Inflation will die Regierung die Familienbeihilfe auch 2028 nicht anpassen. Das ist alles andere als sozial treffsicher: Es setzt besonders Armutsgefährdeten zu – inklusive Nachwuchs.

Man bekenne sich zur Bekämpfung von Kinderarmut sowie zur Verbesserung der Chancengerechtigkeit aller Kinder und Jugendlichen in Österreich, heißt es im Regierungsprogramm. Maßnahmen, die im Rahmen der Budgetsanierung bereits beschlossen worden sind oder nun geplant werden, widersprechen dem jedoch: Zwar sollen Kinderbetreuungsangebote ausgebaut werden, bei finanziellen Leistungen für Familien wird aber gespart. Kinderarmut droht sich dadurch zu verstärken.

Bereits im vergangenen Jahr fixiert worden ist, dass die automatische Anpassung der Familienbeihilfe 2026 und 2027 ausgesetzt wird. Jetzt soll das auf 2028 ausgeweitet werden, die Beihilfe also länger gleich bleiben. Gerade in Zeiten einer höheren Inflation geht damit ein massiver Wertverlust einher: Inklusive Kinderabsetzbetrag, der mit der Leistung zusammenhängt, wird er letzten Endes zwischen 230 Euro pro Jahr bei Kleinkindern und rund 300 Euro bei Älteren betragen. Vorausgesetzt, die Teuerungsprognose des „Instituts für Höhere Studien“ (IHS), die diesen Angaben zugrunde liegt, hält.

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 © Waltl & Waltl

Das Ganze trifft eine ­Bevölkerungsgruppe, in der ohnehin schon besonders viele in armuts- oder ausgrenzungsgefährdeten Haushalten leben. Laut jüngster Statistik-Austria-Erhebung zu Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC) tun das zum Beispiel 330.000 bzw. 25 Prozent aller Kinder und Jugendlichen bis 14 vom Boden- bis zum Neusiedlersee. In Fami­lien mit drei und mehr Kindern handelt es sich sogar um 38 Prozent und beim Nachwuchs von Alleinerziehenden um 43 Prozent.

Die Regierung mag sich des Problems bewusst sein und einen Unterstützungsfonds für Alleinerziehende schaffen. Vor allem auch diesen setzt aber nicht nur die Sache mit der Familienbeihilfe zu, sondern darüber hinaus etwa die geplante Einführung des Arbeitslosenversicherungsbeitrags für Geringverdienende. Das sind viele Frauen unter ihnen: Laut Statistik Austria gilt jede Dritte als „Working Poor“, arbeitet demnach und ist trotzdem arm.

Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 19/2026 erschienen.

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