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Höheres Pensionsantrittsalter für Wifo-Chef unvermeidlich

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Das Wifo sieht Notwendigkeit einer Pensionsreform
©APA, HANS KLAUS TECHT, Themenbild
Eine Erhöhung des Pensionsantrittsalters von 65 auf 67 Jahre ist für Wifo-Chef Gabriel Felbermayr dringend geboten. Österreich könne sich von den Trends in den OECD-Ländern "nicht komplett abtrennen", sagte er am Sonntag in der ORF-"Pressestunde". Zugleich hält es Felbermayr für notwendig, dass bis zum Antrittsalter gearbeitet wird. Dem Vorschlag von Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) für ein Zukunftsdepot sieht er positiv, dieser könnte aber "ambitionierter" sein.

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Wenn mehr Menschen in Arbeit stehen, würden auch mehr Sozialversicherungsbeiträge gezahlt und auch mehr Geld in die Pensionskassen gespült, lautet Felbermayrs bereits bekannte Argumentation für ein höheres Antrittsalter. Ebenso bekräftigte der Wifo-Chef seine Position, das Antrittsalter automatisch an die immer höher werdende Lebenserwartung zu koppeln. Eine entscheidende Rolle spiele dabei auch der Vertrauensschutz.

Nicht zuletzt sieht Felbermayr in seinen Vorschlägen für eine nachhaltige Reform des Pensionssystems auch die Arbeitgeber-Seite gefordert. Man müsse nicht nur Anreize schaffen, dass Menschen länger arbeiten, sondern auch, dass Jobs tatsächlich existieren. Einem Bonus-Malus-System für Betriebe, für das sich etwa Arbeitsministerin Korinna Schumann (SPÖ) einsetzt, hält der Wifo-Chef daher für eine "insgesamt gute Idee". Allerdings dürfe dies nicht zu einer Benachteiligung von jüngeren Unternehmen führen.

Stockers Vorschlag, die Pensionen mittels eines durch Dividenden aus Staatsbeteiligungen gespeisten Fonds abzusichern, kann Felbermayr durchaus etwas abgewinnen. "Die Frage ist, wie weit man da kommt", meinte er aber. Nach derzeitigem Vorschlag soll rund die Hälfte der jährlichen Ausschüttungen in diesen "Zukunftsfonds" fließen. Mit dieser Größenordnung würde man laut dem Wifo-Chef aber "nicht wahnsinnig weit" kommen - "ich verstehe nicht, warum man nicht alle ÖBAG-Gewinne nimmt". Derzeit fließen die Gelder ins Budget, werden also insgesamt dringend gebraucht.

Auch eine weitere Maßnahme hatte Stocker zuletzt auf den Tisch gebracht: Mittels "Zukunftsdepot" sollen für jedes Kind jährlich bis zu 5.000 Euro angelegt werden können, und zwar ohne dass Kapitalertragssteuer fällig wird. "Ich finde die Idee gut", meint Felbermayr dazu, er sieht darin einen "hohen pädagogischen Wert". Offen sei allerdings die Frage nach den Auswirkungen der Kest-Befreiung auf das Budget. Auch sieht der Wifo-Chef im aktuell vorgeschlagenen Modell "ein Programm für die besser Verdienenden, das ist gar keine Frage." Felbermayr würde es daher begrüßen, wenn das maximal einzahlbare Kapital nicht bei 5.000 Euro läge, sondern bei einer kleineren Summe.

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