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Frauen haben in der Gesellschaft Simbabwes wie in vielen anderen afrikanischen Staaten die entscheidende Rolle. Sie sind für das Aufziehen der Kinder und die Ernährung der Familien zuständig. Das Geld, das oft zum Großteil oder zur Gänze sie erwirtschaften, verwalten dann aber meist die Männer. Und das häufig nicht im Interesse der Familie.
Drastisch drückt das die 26-jährige Tadiwa Makombe (Name und Alter geändert, Anm.), Mitglied der "Women for Today", aus: "Viele Männer trinken Bier und denken nur an Polygamie. Sprich, sie tragen das Geld zu ihrer Freundin. Wir Frauen sind außerdem viel besser organisiert."
2024 starteten die "Frauen für heute" mit zehn Mitgliedern, schildert Makombe. "Als Frauen blieben wir davor normalerweise zuhause bei den Kindern. Dann begannen wir, Futter für Tiere zu produzieren." Dabei ging es zunächst einmal um die sieben Kühe der Gruppe. Ein Jahr später kamen drei weitere Mitglieder hinzu. Auch die Zahl der Kühe stieg, zunächst auf zehn, dann auf 15 - der Stand von heute.
Die Gruppe wird auch von CARE und dessen Partnern im Rahmen des CBA-SCALE Southern Africa+-Projektes unterstützt. Dieses läuft noch bis August 2028 in Simbabwe, Sambia und Mosambik. Es will Gemeinden helfen, Risiken durch den Klimawandel zu bewältigen und die Widerstandsfähigkeit gegen immer extremer werdende Wetterbedingungen zu stärken. Dabei liegt der Fokus besonders auf Geschlechtergerechtigkeit und Inklusion.
Die "Women for Today" haben ziemlich viel Anbaufläche zur Verfügung, auf der sie vor allem, aber nicht nur, rote Hirse pflanzen. Das Futtermittel verkaufen sie auch, was der Gruppe ein ansehnliches Einkommen bringt und es ermöglicht, dass die Frauen ihre Kinder in die Schule schicken können. "Wir haben keine Probleme mehr, Lebensmittel zu kaufen. Außerdem haben wir Spargruppen ins Leben gerufen, auch für unsere Kinder."
Makombe selbst hat eine Tochter, lebt aber allein: "Ich wäre natürlich gerne verheiratet, aber mir ist der Richtige einfach noch nicht über den Weg gelaufen. Ich erwarte von einem Mann, dass er Respekt vor mir hat. Dass mein Kind in die Schule gehen kann und er Verantwortung übernimmt."
Bei den "Women for Today" sind dem Gruppennamen zum Trotz auch ein paar Männer dabei. Bisher gab es Makombe zufolge mit ihnen auch keine Probleme. Wenn ein Mann aus der Gruppe Anstalten machen würde, das verdiente Geld nicht im Interesse seiner Familie zu verwenden, würde er aber auch nicht sofort aus der Vereinigung ausgeschlossen. "Es würde eine Versammlung einberufen. Dabei würden wir herausfinden wollen, warum er das getan hat. Und da muss er uns schon einen guten Grund für sein Verhalten präsentieren, um nicht hinausgeworfen zu werden." Im Wiederholungsfall wäre es aber jedenfalls das Aus.
Makombe hat einen Teil ihres Einkommens auch reinvestiert. "Ich habe ein Geschäftslokal gekauft, das ich weitervermiete."
