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Kdolsky war als streitbare und wortgewaltige Interessensvertreterin bekannt geworden. Unter anderem war die Anästhesistin Vorsitzende der Hochschullehrer-Gewerkschaft. 2002 rief sie sogar zum Streikt gegen eine Uni-Reform auf. Erfahrung an den Hochschulen hatte sie reichlich, studierte sie doch vor Medizin auch Jus und Handelswissenschaften.
Später war sie Geschäftsführerin der niederösterreichischen Landeskliniken-Holding. Von dort wechselte sie 2007 für die ÖVP ins Kabinett von Kanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ) und war für Gesundheit und Familie zuständig.
Die ÖVP verließ sie 2023, weil diese in Niederösterreich eine Koalition mit den Freiheitlichen einging. Bei den Regierungsverhandlungen zwischen ÖVP, SPÖ und NEOS im Bund beriet sie letztere in Gesundheitsfragen. Im Vorjahr kandidierte sie für die NEOS bei der Gemeinderatswahl in ihrer Heimatgemeinde Purkersdorf.
Noch heuer war sie im Auftrag des Landes Burgenland in der Planung eines Zentrums für Menschen mit Krebserkrankungen tätig. Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ) hatte ihr im Vorjahr die Leitung des "Maggie's Center" überantwortet.
Ihre Diagnose hatte sie vor zwei Jahren erhalten und ihren Kampf gegen den Krebs wiederholt auch öffentlich thematisiert.
Beide Parteien, für die sie tätig gewesen war, bekundeten am Abend große Trauer über ihren Tod. NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger meinte in einer Aussendung, Kdolsky sei leidenschaftliche Ärztin, engagierte Politikerin und eine geschätzte Wegbegleiterin gewesen. Sie habe klare Worte gefunden und sich nie gescheut, auch unbequeme Fragen anzusprechen. "Andrea Kdolsky war eine Politikerin, die offen ausgesprochen hat, was sie dachte, und die nie davor zurückgeschreckt ist, für ihre Überzeugungen einzustehen, auch wenn das unbequem war", würdigte ÖVP-Obmann Christian Stocker die Verstorbene.
Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) würdigte, dass sich Kdolsky mit großer Energie in den Dienst der Menschen gestellt habe. In den vergangenen Jahren habe sie auch persönlich große Stärke gezeigt. Burgenlands Landeshauptmann Doskozil nannte Kdolsky "eine außergewöhnliche Persönlichkeit": "Ihre Offenheit, ihre Menschlichkeit und ihre Kraft haben mich tief beeindruckt."
Für Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) hatte Kdolsky das "Herz am rechten Fleck". Sie sei ein Mensch mit Ecken und Kanten, charakterstark und voller Durchsetzungskraft, aber auch offen, ehrlich und immer lebensfroh gewesen. Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner (SPÖ) nannte Kdolsky eine "Gesundheitspolitikerin mit Gespür für Innovation und Menschlichkeit." Trauer-Bekundungen kamen auch u.a. vom Samariterbund und der AUVA.
