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Psychotherapie-Master startet an Unis, Bedarf nach weiteren Plätzen

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Die Ausbildung zum Psychotherapeuten ist jetzt neu organisiert
©Jens Wolf, APA, zb
Im Wintersemester 2026/27 wird an zehn öffentlichen Unis erstmals das Masterstudium Psychotherapie angeboten. Das Interesse an den 500 Plätzen war groß, knapp 1.300 Personen haben sich für die öffentlich finanzierte Ausbildung beworben. Unis, Politik und der Berufsverband für Psychotherapie (ÖBVP) erhoffen sich durch die Reform mehr Qualität und eine leistbarere Ausbildung. Um die Versorgung abzusichern, wird es laut ÖBVP aber mittelfristig doppelt so viele Plätze brauchen.

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Bisher wurden Psychotherapeutinnen und -therapeuten ausschließlich an privaten außeruniversitären Ausbildungseinrichtungen oder Privatunis ausgebildet, für das zweijährige Propädeutikum und das - je nach Fachrichtung - drei- bis sechsjährige Fachspezifikum sind dabei Kosten von mehreren zehntausend Euro angefallen. Nun gibt es eine neue Struktur: Auf ein fachlich passendes Bachelorstudium folgt das zweijährige Masterstudium für Psychotherapie, das in fünf Uni-Ausbildungsverbünden angeboten wird. Dritter Ausbildungsteil ist dann eine postgraduelle psychotherapeutische Fachausbildung bei Psychotherapeutischen Fachgesellschaften, während der man schon unter Supervision therapeutisch arbeiten kann.

Das neue Angebot sei "ein klares Signal, dass hochwertige Ausbildung und Bildung nicht vom Geldbörserl abhängen darf", betonte Wissenschaftsministerin Eva Maria Holzleitner (SPÖ) bei einem Pressetermin zum Start des neuen Studiums. Ein Teil der Selbsterfahrung und Supervision findet nämlich nunmehr im öffentlich finanzierten Master statt, dementsprechend weniger Kosten fallen im dritten Ausbildungsteil an. Gleichzeitig soll die Verankerung der Psychotherapie als eigene Disziplin an den Unis die Qualität in Forschung und Lehre vorantreiben.

Zusätzlich habe man Maßnahmen ergriffen, damit trotz steigendem Bedarf und der Pensionierungswelle bei Psychotherapeutinnen und -therapeuten die Versorgung in Österreich sichergestellt werden kann: Wie beim Medizinstudium sind auch beim Psychotherapie-Master 75 Prozent der Studienplätze für Österreicherinnen und Österreicher vorgesehen, außerdem können Studienplätze für "Aufgaben im öffentlichen Interesse" gewidmet werden, so Holzleitner.

Mit den 500 Master-Plätzen an den Unis allein sei der Bedarf allerdings nicht zu decken, betonte Christa Schnabl, Vizerektorin der Uni Wien, bei dem Termin. Es gebe aber auch weiterhin neben dem Masterstudium privat finanzierte postgraduale Ausbildungen. Berufsverband-Präsidentin Barbara Haid verwies zusätzlich auf die Möglichkeit, dass auch Fachhochschulen oder Privatuniversitäten ein Masterstudium Psychotherapie anbieten. Mittelfristig, bis zum endgültigen Auslaufen der alten Ausbildungsstruktur 2038, bräuchte es aber eine Verdoppelung der Master-Studienplätze an den Unis.

Inhaltlich erwartet sich Vizerektorin Schnabl durch das neue Uni-Studium für die Psychotherapie "ein neues Standing im Konzert der Wissenschaften". Stephan Doering, Leiter der Uni-Klinik für Psychoanalyse und Psychotherapie an der Medizin-Uni Wien, betonte den intensiven Austausch beim Aufbau des neuen Studiums: Nicht nur die Unis hätten dabei untereinander eng kooperiert. Auch mit den Fachgesellschaften, die für die Praxisausbildung im dritten Ausbildungsteil verantwortlich sind, habe man sich eng abgestimmt, um einen guten Übergang zu gewährleisten. Dabei ist Praxis schon im Master selbst in verschiedensten Varianten vorgesehen, etwa Seminare zu Gesprächstechniken mit "Simulationspatienten" oder Praktika in psychiatrischen Kliniken.

Noch Handlungsbedarf ortete Berufsverband-Präsidentin Haid bei der Fachausbildung, der eine ähnliche Funktion wie eine Facharztausbildung erfüllen soll. Es bräuchte etwa mehr Ausbildungsplätze, in denen unter guten Bedingungen Praktika absolviert werden können.

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