ABO

Wiederkehr will Eltern bei Thema Bildschirmzeit unterstützen

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
3 min
Kinder sind zu viel am Handy
©APA, MAX SLOVENCIK
Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) will Eltern beim Thema Bildschirmzeit von Kindern stärker unterstützen. Am Mittwoch fand ein runder Tisch mit Stakeholdern sowie Expertinnen aus dem Bildungs-, Gesundheits- und Jugendbereich statt. Dieser sei allerdings erst der "Auftakt", sagte er danach bei einer Pressekonferenz. Neben einer Aufklärungskampagne will das Bildungsministerium mit dem Gesundheitsministerium und dem Digitalisierungsstaatssekretariat zusammenarbeiten.

von

News auf Google bevorzugen

Aktuell verbringen Kinder und Jugendliche an einem Wochentag rund viereinhalb Stunden online, führte Kinderarzt Klaus Vavrik bei dem Pressetermin aus. Er sprach von einem "Verlust an Lebenszeit". Denn soziale Medien seien nicht sozial, sondern darauf ausgelegt, abhängig zu machen. Genauso wie Wiederkehr unterstrich er die negativen Folgen von zu viel Bildschirmzeit im Kindesalter - von einer Abnahme der Impulskontrolle und Konzentrationsfähigkeit bis hin zu Sprachentwicklungsstörungen.

Ziel des nunmehr gestarteten Prozesses seien digital kompetente Kinder, die nicht von ihren Endgeräten beherrscht werden, betonte Wiederkehr. Dafür müsse man bereits vor dem Schulalter ansetzen. Eltern haben eine große Vorbildwirkung, betonte Vavrik. Die Schwierigkeit dabei sei aber, dass die jetzige Elterngeneration selbst bereits "völlig grenzenlos" mit den sozialen Medien aufgewachsen ist.

Mit einer Aufklärungskampagne will Wiederkehr deshalb Bewusstsein für Eltern und Familien schaffen. "Die beste Verbindung ist offline", heißt es dabei auf Plakaten, die Kinder und Eltern abseits ihrer Handys zeigen. Eltern will man bei konkreten Fragen unterstützen - etwa wie viel Bildschirmzeit für bestimmte Altersgruppen angemessen und ab wann Smartphones sinnvoll sind. Vavrik empfiehlt "Bildschirmfrei" für Kinder von null bis drei Jahre. Danach sollen die Kinder zumindest bis zum Alter von neun Jahren Bildschirme nur kurz und mit Begleitung Erwachsener nutzen. Für ältere Kinder ab 12 sei eine Begrenzung auf maximal zwei Stunden am Tag sinnvoll.

Auch abseits der Familien will Wiederkehr ansetzen. Kooperieren werde man weiterhin mit der Initiative "Safer Internet", die eigene Informationsmaterialien hat und an die Schulen geht, erklärte er. Fortsetzen will er auch das Handyexperiment, bei dem Schülerinnen und Schüler drei Wochen lang auf ihr Handy verzichteten. Es gebe bereits Gespräche mit dem ORF für eine Weiterführung. Mit dem Gesundheitsministerium will Wiederkehr darüber sprechen, wie man die Frage des Kinderschutzes stärker in die Kindermedizin integrieren kann. Er betonte zudem bereits umgesetzte Maßnahmen wie das Handyverbot bis 14 an Schulen, zudem befürwortete er eine Altersgrenze für Social Media.

Über die Autoren

Logo
Monatsabo ab € 21,75
Ähnliche Artikel
2048ALMAITVEUNZZNSWI314112341311241241412414124141241TIER