von
"Ich kann Ihnen nur sagen, dass es Kontakte über die Sicherheitsdienste gegeben hat", sagte Peskow. "Ich kann Ihnen sagen, dass es keine Treffen mit dem russischen Präsidenten gegeben hat. Natürlich wird Präsident Putin unverzüglich über alles auf dem Laufenden gehalten." Der Besuch Ratcliffes in Moskau fällt in eine Phase, in der der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine weiter eskaliert und die Bemühungen um ein dauerhaftes Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran ins Stocken geraten sind.
Auf die Frage, ob Besuche so hochrangiger US-Vertreter zur Verbesserung der angespannten Beziehungen beitragen könnten, erklärte Peskow, Kontakte zwischen den Geheimdiensten beider Länder seien positiv. "Diese Kontakte werden oft selbst in den schwierigsten Phasen der bilateralen Beziehungen fortgesetzt", sagte er weiter. "Es ist jedoch noch zu früh, um zu sagen, inwieweit dies insgesamt dazu beitragen wird, unsere Beziehungen aus der tiefen Krise zu führen, in der sie sich derzeit befinden."
Am Vortag hatte der Kremlsprecher Peskow nach Landung eines US-Militärflugzeugs in Moskau noch behauptet, ihm sei nichts bekannt dazu. Russische Kommentatoren amüsierten sich über die Äußerungen, weil es Aufnahmen von dem Flugzeug in den sozialen Netzwerken gab. Viele fragten sich, wie eine solche riesige Maschine ohne Wissen der Staatsführung mit dem CIA-Chef an Bord einfach auf dem Flughafen Wnukowo landen könne.
Für Ratcliffe dürfte es der erste Besuch als CIA-Chef in Moskau gewesen sein. Zuletzt hatte 2021 der damalige CIA-Chef William Burns Russland besucht, der sich auch mit Putin traf. Burns sollte damals im Auftrag von US-Präsident Joe Biden eine Eskalation im Ukraine-Konflikt verhindern. Putin begann dann seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine am 24. Februar 2022. Auch danach gab es weiter Kontakte zwischen Geheimdiensten und Militär.
Über den Anlass der jüngsten Gespräche wurde spekuliert. Bekannt ist dazu offiziell nichts. Gemutmaßt wurde vielfach, dass Ratcliffe Russland vor einer weiteren Eskalation im Ukraine-Krieg warnen wollte. Die Ukraine hatte unter Berufung auf Geheimdienstinformationen mitgeteilt, Putin plane eine Mobilmachung nach der Parlamentswahl im September. Kremlsprecher Peskow wies das erst am Dienstag erneut als Falschinformation - als eine "Ente" - zurück, die nur das Ziel habe, die Lage in Russland vor den Wahlen zu destabilisieren. Der kremlnahe Politologe Sergej Markow äußerte auch noch andere Thesen: etwa zu einem möglichen Zusammenhang mit dem Iran-Krieg. Moskau unterstützt die Führung in Teheran. Möglich sei auch eine Verbindung zu dem Fund von Sprengstoff-Drohnen auf dem Flughafen Halle-Leipzig, meinte er. Die Amerikaner vermuten Russland hinter dem Vorfall.
Die Ermittlungen dazu laufen in Deutschland. Der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt hatte auf dem Flughafen von einem hybriden Angriff fremder Mächte gesprochen, ohne auf Moskau zu zeigen. Kanzler Friedrich Merz kündigte am Dienstag an, dazu in Kürze Erkenntnisse bekanntzugeben. Die Urheber würden für diese Bedrohung "bezahlen", sagte er. Am Dienstagabend hob das US-Flugzeug nach Berichten russischer Staatsmedien wieder in Richtung Riga ab. Auffällig war in Moskau, dass es am Dienstag keine ukrainischen Drohnenangriffe gab. Laut US-Medien hatten die Amerikaner Kiew gebeten, die Angriffe zeitweilig einzustellen.
