von
Der Rückgang bei den Regierungsinseraten ist primär auf das 1. Halbjahr zurückzuführen, als mit 3,2 Mio. Euro ein absoluter Tiefststand vorlag. Das liegt teilweise daran, dass die gegenwärtige Bundesregierung erst Anfang März des Vorjahres angelobt wurde und die Regierungsbildung längere Zeit in Anspruch nahm. Im 2. Halbjahr waren es mit 8,6 Mio. Euro wieder deutlich mehr finanzielle Mittel, doch in etwa nur halb so viel wie im 2. Halbjahr 2024. Medienminister Andreas Babler (SPÖ) hatte wiederholt angekündigt, bei der Inseratenvergabe sparen zu wollen. Stattdessen soll stärker in klassische Medienförderungen investiert werden, wobei eine Neuaufstellung des Fördersystems geplant ist. Details dazu sind noch nicht bekannt.
Am kräftigsten investierte das Verteidigungsministerium mit ca. 3,2 Mio. Euro in Werbung, gefolgt vom ebenfalls ÖVP-geführten Innenministerium (ca. 2 Mio. Euro). Dahinter folgen die beiden SPÖ-geführten Ministerien für Verkehr (ca. 1,3 Mio.) und Soziales (ca. 1,1 Mio.). Unvermindert kräftig warb die Stadt Wien. Sie senkte ihre Werbeausgaben in Höhe von ca. 23,3 Mio. Euro lediglich um etwas weniger als 3 Prozent gegenüber 2024. Das Land Oberösterreich schrumpfte seine Werbeausgaben um rund 7 Prozent auf ca. 5,8 Mio. Euro. Das Land Niederösterreich blieb mit ca. 3,7 Mio. Euro weitgehend stabil. Das Land Steiermark gab unter der neuen FPÖ-Führung deutlich weniger als noch 2024 aus (960.000 Euro, minus 62 Prozent). Etliche Millionen nahmen auch die Agrarmarkt Austria Marketing GmbH (ca. 12,2 Mio. Euro), die Linz AG (ca. 12,4 Mio. Euro), die Verbund AG (ca. 8,7 Mio. Euro) oder auch der ORF (ca. 8,1 Mio. Euro) in die Hand.
Der ORF findet sich mit ca. 25,8 Mio. Euro an der Spitze der Werbeempfänger durch die öffentliche Hand, musste aber einen Rückgang von fast 4 Mio. Euro einstecken. Bei den internationalen Giganten Google (ca. 15,9 Mio. Euro) und Meta (ca. 14,7 Mio. Euro) blieben sie dagegen fast stabil. TikTok konnte gar entgegen dem Trend leicht auf ca. 1,9 Mio. Euro zulegen. In Summe flossen gegenüber 2024 stabile ca. 36 Mio. Euro an diverse Plattformen wie etwa auch LinkedIn, Snapchat oder Spotify.
Kräftig wurde abermals im Boulevardbereich geworben, wobei aber überall Rückgänge aufscheinen. So kam die "Kronen Zeitung" auf ca. 14,3 Mio. Euro und damit ca. 2,7 Mio. Euro weniger als 2024. "Heute" brachte es auf rund 8,6 Mio. Euro - ein Rückgang von 14 Prozent. Ähnlich hoch der Rückgang für die oe24 Media Group (früher Mediengruppe Österreich), die rund 8 Mio. Euro durch Werbeschaltungen der öffentlichen Hand einnahm.
Einen leichten Rückgang auf hohem Niveau verzeichnete auch die auf Außenwerbung spezialisierte Gewista (ca. 18,1 Mio. Euro). Die Regionalmedien Austria (RMA) kamen mit Titeln wie "Mein Bezirk" auf ca. 10,7 Mio. Euro und damit 10 Prozent weniger als 2024. Kräftiger fiel das Minus bei weiteren Medienhäusern wie der ProSiebenSat.1Puls4-Gruppe aus, die auf ca. 6,1 Mio. Euro kam (-37 Prozent). Der "Kurier" hatte einen Rückgang von 20 Prozent auf ca. 6,7 Mio. Euro zu verdauen. Bei der "Kleinen Zeitung" ging es auf ca. 5,9 Mio. Euro (-17 Prozent) und beim "Standard" auf ca. 6,9 Mio. Euro (-16 Prozent) bergab.
(S E R V I C E - Die vollständigen Daten sind auf www.rtr.at abrufbar.)






