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Das Treffen des Schwellenländer-Bündnisses findet unter schwierigen Bedingungen statt, denn der Krieg der USA und Israels gegen den Iran spaltet die Mitglieder: Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) und der Iran stehen sich in dem seit mehr als einem halben Jahr andauernden Konflikt feindlich gegenüber. Iranische Raketen trafen die VAE, diese setzten ihre Handelsbeziehungen aus.
Der russische Sondergesandte Kirill Dmitrijew sagte, die BRICS-Gruppe wandle sich von einem geopolitischen Bündnis zu einer praktischen Wirtschaftspartnerschaft. Dabei gehe es unter anderem um die Verbesserung von Zahlungssystemen und gemeinsamer Infrastruktur.
Putin sprach am Freitag unter anderem im Beisein des indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi, des iranischen Präsidenten Masoud Pezeshkian und des südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa. Zu dem Gipfel wird auch Chinas Präsident Xi Jinping erwartet.
Für Indien ist das Treffen Teil eines diplomatischen Balanceakts. Das Land pflegt enge Beziehungen zu den USA, den Golfstaaten, Russland, dem Iran und Israel, leidet jedoch unter den Störungen des Welthandels durch die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten. Indien und Russland wollen ihr bilaterales Handelsvolumen von derzeit knapp 70 Milliarden Dollar auf 100 Milliarden im Jahr 2030 steigern.
Indien gehört neben China zu den größten Abnehmern von russischem Öl. Die Einnahmen helfen der Regierung in Moskau, ihren Haushalt trotz der umfassenden westlichen Sanktionen infolge der Invasion der Ukraine im Jahr 2022 zu finanzieren. Indien wehrt sich gegen den Druck, den Handel einzuschränken, und verweist auf den Energiebedarf seiner großen Wirtschaft und Bevölkerung. Die USA haben mit zusätzlichen Zöllen von 100 Prozent für Länder gedroht, die weiterhin russisches Öl und Gas kaufen. US-Präsident Donald Trump hatte im vergangenen Jahr zudem einen Strafzoll von zehn Prozent für Staaten ins Spiel gebracht, die sich der aus seiner Sicht antiamerikanischen Politik der BRICS-Gruppe anschließen.
Die VAE werden voraussichtlich durch den Kronprinzen von Abu Dhabi, Scheich Khaled bin Mohamed bin Zayed al-Nahyan, vertreten. Für Xi ist es der erste Besuch in Indien seit sieben Jahren. Er wird sich am Rande des Gipfels ebenfalls mit Modi treffen, um über die bilateralen Beziehungen zu sprechen. Ein separates Treffen von Putin und Xi ist der russischen Agentur TASS zufolge dagegen nicht geplant. Die beiden Staatschefs hätten intensive Gespräche am Rande des APEC-Gipfels im November verabredet.
Das Bündnis wurde von Brasilien, Russland, Indien und China (daher "BRIC") gegründet, um den Einfluss von Schwellen- und Entwicklungsländern in der internationalen Ordnung zu stärken. Zu der Gruppe sind weitere Staaten hinzugestoßen, deren Interessen nicht immer in dieselbe Richtung gehen: Südafrika, Ägypten, Äthiopien, der Iran, Indonesien, Saudi-Arabien und die VAE. Außenpolitik-Experten zufolge wird der entscheidende Test für das Bündnis sein, in einer gemeinsamen Abschlusserklärung eine für Abu Dhabi und Teheran akzeptable Formulierung zur Nahost-Krise zu finden. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow räumte ein, dass die Differenzen die Ausarbeitung eines solchen Dokuments erschwerten.
