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Der CIA-Chef habe Russland vor allem mit Blick auf die östlichen NATO-Partner im Baltikum vor einer Eskalation gewarnt, berichtete "Politico". Zudem habe er den Kreml dazu gedrängt, seine militärische und finanzielle Unterstützung für den Iran herunterzufahren.
Der Chef des russischen Auslandsgeheimdienstes, Sergej Naryschkin, bestätigte am Donnerstag sein Treffen mit Ratcliffe, machte aber keine Angaben zum Inhalt. Man habe Fragen erörtert, die in den Kompetenzbereich der Geheimdienste fallen, sagte Naryschkin nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen. Das Treffen sei ein "Arbeitsformat" gewesen und nichts Ungewöhnliches - er führe regelmäßig ähnliche Gespräche mit den Geheimdienstchefs anderer Länder, entweder persönlich oder online.
Nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigt, dass Ratcliffe für Gespräche "zwischen den Geheimdiensten" nach Moskau gekommen war. Der Vertraute von Präsident Wladimir Putin betonte allerdings, dass es kein Treffen des Kremlchefs mit Ratcliffe gegeben habe.
Berichte über mögliche russische Vorbereitungen für einen Angriff auf NATO-Verbündete wies Peskow als "Schauergeschichten" zurück. "Es versteht sich, dass diese nichts mit der Realität gemein haben", sagte er Journalisten am Donnerstag. Zwar würde Moskau es vorziehen, seine Ziele mit friedlichen Mitteln zu erreichen. Doch werde die "Spezialoperation" - wie der Krieg gegen die Ukraine vom Kreml offiziell bezeichnet wird - fortgesetzt, um Russlands Interessen durchzusetzen und Sicherheit zu erreichen.
Der Kremlsprecher warf zugleich dem Westen ein aggressives Verhalten vor. "Diese Aggression geht eben von den europäischen Staaten aus", hob Peskow hervor. Gegenteilige Behauptungen seien nichts anderes als "gewöhnliche Zeitungsenten". Vor dem russischen Einmarsch in die benachbarte Ukraine hatten Moskauer Vertreter ebenfalls westliche Medienberichte über die Kriegsvorbereitungen als "Schauermärchen" abgetan. In seinem Abwehrkampf wird das angegriffene Land dabei massiv von westlichen Staaten unterstützt.
US-Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch (Ortszeit) Ratcliffes Aufenthalt in Russland in der US-Radiosendung des rechtspopulistischen Moderators Glenn Beck bestätigt. Er verneinte allerdings, dass die Reise im Kontext eines möglichen Vorgehens Putins gegen die NATO oder des Iran-Konflikts gestanden habe. Laut Trump sei Ratcliffes Besuch "eine Art Semi-Routine" gewesen. "Wir würden gern sehen, dass der Krieg mit der Ukraine endet."
Für Ratcliffe dürfte es der erste Besuch als CIA-Chef in Moskau gewesen sein. Der letzte bekannte Besuch eines CIA-Chefs in Russland war 2021 die Reise des damaligen Direktors William Burns. Er traf sich auch mit Putin. Burns sollte damals im Auftrag von US-Präsident Joe Biden eine Eskalation im Ukraine-Konflikt verhindern. Allerdings begann Putin dann am 24. Februar 2022 seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine.
