von
Mehrfach betonte die Ministerin, dass sie ihren Teil des Pakets schon vor mehreren Monaten vorgelegt habe. Die Sozialhilfe-Reform wurde hingegen vom Sozialministerium erst vor kurzem in die koalitionsinterne Koordinierung geschickt. Bauer appelliert nun, mehr Tempo zu machen, brauche man das Gesetz doch "dringend".
Der Integrationsministerin geht es dabei, wie sie formulierte, um mehr Verbindlichkeit. 13.000 abgebrochene Kurse zeigten sehr deutlich, warum es diese brauche und man mit Freiwilligkeit nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt habe. Bauer sieht hier auch Chancen für Frauen, über Deutschkenntnisse und Erwerbstätigkeit ein Stück mehr Selbstständigkeit zu erlangen.
Was die Erwerbstätigkeit Zugewanderter insgesamt angeht, liegt diese mit 74 Prozent nur knapp unter jener der Personen ohne Migrationshintergrund mit 79 Prozent. Jedoch sind nur 59 Prozent der Frauen aus Drittländern am Arbeitsmarkt aktiv. Besonders niedrig sind die Zahlen bei Personen aus der zusammengefassten Gruppe Afghanistan, Syrien und Irak mit gerade einmal 29 Prozent.
Beim Bildungsstatus sind zugewanderte Personen in der Spitze sogar höher qualifiziert als Menschen ohne Migrationshintergrund. Auf der anderen Seite gibt es bei Zugewanderten jedoch auch deutlich mehr Personen mit nur Basisqualifikationen. 23 Prozent wiesen im Vorjahr maximal einen Pflichtschulabschluss auf.
Insgesamt hatten im Jahresdurchschnitt 2025 2,55 Millionen Menschen Migrationshintergrund. Das bedeutet einen Anstieg um gut eine Million seit 2010. Die größte Zuwanderergruppe in dieser Periode waren mit 116.000 Personen Rumänen, gefolgt von Syrern. Insgesamt sind Deutsche mit rund 242.000 Menschen in Österreich die dominierende Nation. Der Angriff Russlands auf die Ukraine hat dazu geführt, dass Bürger aus diesem Land hierzulande mittlerweile die neuntgrößte Gruppe ausmachen.
Eine breit angelegte Umfrage der Statistik Austria mit einer Stichprobe von 5.400 Personen zeigt, dass Ukrainer sich am stärksten noch zu ihrem Heimatland zugehörig fühlen und auch am seltensten Deutsch sprechen. Die stärkste Zugehörigkeit zu Österreich verspüren Syrer und Afghanen.
Gleichzeitig sind Personen aus muslimisch geprägten Staaten aber auch jene, die sich am häufigsten wegen ihrer Herkunft diskriminiert sehen. Bei Afghanen gab mehr als die Hälfte der Befragten an, zumindest gelegentlich davon betroffen zu sein. Auch von Türken, Iranern und Syrern gibt es häufiger negative Rückmeldungen diesbezüglich als von Zuwanderern aus anderen Staaten.
Personen mit Migrationshintergrund sehen jedoch das Zusammenleben deutlich positiver als hier Geborene. 58 Prozent stellen hier ein gutes Zeugnis aus, aber nur 26 Prozent der Menschen ohne Migrationshintergrund. Auffällig ist freilich, wie Stephan Marik-Lebeck von der Statistik Austria betonte, dass die Zufriedenheit deutlich höher ist, wenn man in regerem Austausch steht. So sehen jene, die täglichen Kontakt mit Migranten haben, zu 42 Prozent ein positives Zusammenleben, jedoch nur 21 Prozent jener, die selten bis nie auf Zugewanderte treffen.
