Heimo Scheuch, CEO wienerberger
©Wienerberger AG, Daniel HinterramskoglerDer Baustoffkonzern meldet für 2025 ein operatives EBITDA von 754 Millionen Euro und verweist auf die Erfolge seiner strategischen Neuausrichtung. Wachstumstreiber waren vor allem Dachlösungen, Rohrsysteme und das Renovierungsgeschäft.
Wienerberger hat seinen Geschäftsbericht 2025 veröffentlicht und präsentiert sich trotz eines schwierigen Umfelds robust. Nach Angaben des Unternehmens lag der Konzernumsatz im vergangenen Jahr bei 4,6 Milliarden Euro. Das operative EBITDA erreichte 754 Millionen Euro, der Nettogewinn stieg auf 168 Millionen Euro.
Geprägt war das Jahr 2025 laut Wienerberger von makroökonomischer Unsicherheit, geopolitischen Spannungen und einer anhaltend schwachen Entwicklung im Wohnbau in vielen Kernmärkten. Umso stärker hebt der Konzern den gestiegenen Free Cashflow hervor, der auf 474 Millionen Euro zulegte. Gleichzeitig wurde die Nettoverschuldung weiter reduziert.
Strategischer Umbau prägt das Unternehmen
Wienerberger verweist im Geschäftsbericht auf einen tiefgreifenden Wandel in den vergangenen zehn Jahren. Der Konzern habe sich in dieser Zeit deutlich stärker auf Lösungen für Infrastruktur und Renovierung ausgerichtet. Mehr als die Hälfte von Umsatz und Ergebnis stammt inzwischen aus den Bereichen Dachlösungen und Rohrsysteme.
Damit verschiebt sich der Schwerpunkt weg vom klassischen Neubaugeschäft hin zu Märkten, die von langfristigen Trends profitieren. Dazu zählen vor allem Investitionen in Energie und Wasserinfrastruktur sowie die Sanierung bestehender Gebäude.
CEO Heimo Scheuch erklärte, Wienerberger wolle Wachstum nicht von einer allgemeinen Markterholung abhängig machen, sondern über Portfoliooptimierung und eine stärkere industrielle Basis aktiv gestalten. Das Unternehmen sehe sich nach einem Jahrzehnt der Transformation heute widerstandsfähiger und fokussierter.
Dachgeschäft und Solarlösungen als Wachstumstreiber
Besonders dynamisch entwickelte sich 2025 nach Unternehmensangaben das Dachgeschäft. Die Übernahme von Terreal wirkte erstmals über ein gesamtes Jahr hinweg auf die Ergebnisse. Zugleich sei die Integration erfolgreich vorangeschritten.
Mit der Akquisition von GSEi in Frankreich baute Wienerberger zudem sein Solarportfolio aus. Das Unternehmen setzt dabei auf eine Plattform für Indach-Photovoltaiklösungen und positioniert sich damit in einem wachsenden Marktsegment. Auch die Renovierungsmärkte in Frankreich und Deutschland gewannen weiter an Bedeutung.
Rohrsysteme bleiben stabil
Auch das Geschäft mit Rohrsystemen lieferte dem Konzern zufolge eine starke Performance. Selbst bei rückläufiger Neubautätigkeit habe Wienerberger robuste Margen gehalten. Das wertet das Unternehmen als Beleg für die Stabilität seines stärker auf Infrastruktur ausgerichteten Portfolios.
Hinzu kommen laufende Investitionen in den industriellen Footprint. Wienerberger will damit seine technologische Position bei nachhaltigen Infrastrukturlösungen weiter ausbauen.
Fokus auf Energie, Wasser und Sanierung
Für die kommenden Jahre setzt Wienerberger auf strukturelle Wachstumstreiber. Dazu zählen die Modernisierung der Energie und Wasserinfrastruktur, die Dekarbonisierung von Gebäuden und die Sanierung des alternden Wohnungsbestands in Europa.
Mit dem Geschäftsbericht 2025 verbindet der Konzern deshalb nicht nur eine Bilanz des vergangenen Jahres, sondern auch den Anspruch, sich als Anbieter nachhaltiger und ressourceneffizienter Baustofflösungen für die nächste Wachstumsphase zu positionieren.





