ABO

Wiener Linien zählen 2025 mehr als 900 Millionen Fahrgäste

Subressort
Aktualisiert
Lesezeit
5 min
Artikelbild

©Wiener Linien/Simon Wöhrer

Die Wiener Linien haben 2025 einen neuen Höchstwert erreicht: 903 Millionen Fahrgäste nutzten U-Bahn, Straßenbahn und Bus. Auch bei Dauertickets, WienMobil Rad und Carsharing legte das Unternehmen deutlich zu.

Die Wiener Linien haben im Jahr 2025 erstmals seit Jahren wieder die Marke von 900 Millionen Fahrgästen überschritten. Insgesamt wurden 903 Millionen Fahrten gezählt. Im Schnitt waren damit täglich 2,47 Millionen Menschen mit U-Bahn, Straßenbahn und Bus unterwegs. Das entspricht einem Plus von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Auch bei den Stammkundinnen und Stammkunden meldet das Unternehmen einen Rekord. Knapp 1,34 Millionen Menschen besitzen mittlerweile ein Dauerticket. Den größten Anteil machen Jahreskarten aus, gefolgt von Klimatickets sowie Top- und Jugendtickets. Damit gibt es in Wien weiterhin deutlich mehr Menschen mit Jahreskarte oder vergleichbarem Öffi-Abo als Pkw.

Die Tarifanpassung habe sich laut ersten Berechnungen nicht negativ auf die Zahl der Jahreskarten ausgewirkt. Zwar habe es im November 2025 mehr Kündigungen gegeben, zugleich seien im November und Dezember aber auch mehr Neuabschlüsse registriert worden. Im Jänner 2026 lag die Zahl der Jahreskartenkundinnen und Jahreskartenkunden um 1,4 Prozent über dem Wert von November 2025. Besonders viele Neubestellungen gab es im Februar, vor allem durch Studierende, die nach dem Ende des Semestertickets auf die neue Jahreskarte Jugend wechselten.

WienMobil Rad knackt erstmals die Million

Ein deutliches Wachstum verzeichneten die Wiener Linien auch beim Bikesharing. Die WienMobil Räder wurden 2025 mehr als 1,14 Millionen Mal ausgeliehen. Das entspricht einem Plus von 16 Prozent gegenüber 2024. Besonders häufig werden die Räder für kurze Strecken genutzt: 69 Prozent der Fahrten dauerten weniger als 30 Minuten.

Das Angebot umfasst mittlerweile 3.100 WienMobil Räder sowie 300 E-Bikes. Nach Berechnungen der Wiener Linien wären bei gleicher Streckenleistung mit dem Auto rund 586 Tonnen CO₂-Äquivalente entstanden.

Auch WienMobil Auto legte zu. Die mehr als 100 E-Autos wurden 2025 insgesamt 68.700 Mal ausgeliehen. Das bedeutet ein Plus von 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Ausbau und Modernisierung des Öffi-Netzes

Parallel zum Fahrgastwachstum investierten die Wiener Linien weiter in Infrastruktur und Modernisierung. 2025 wurden rund elf Kilometer Straßenbahngleise und 45 Weichen erneuert. Zudem gingen im Herbst die neuen Straßenbahnlinien 12 und 27 mit insgesamt 4,6 Kilometern Neubaustrecke in Betrieb.

Bei der U-Bahn standen der Neubau des Projekts U2xU5 sowie die Modernisierung der U4 im Mittelpunkt. Auch auf den Linien U1 und U6 wurden Verbesserungen umgesetzt. Für 2026 sind Investitionen von rund 759,9 Millionen Euro geplant. Davon entfallen etwa 426,7 Millionen Euro auf den U-Bahn-Neubau.

Ein weiteres Zukunftsprojekt ist die Verlängerung der Linie 18 bis zur U2-Station Stadion. Der Spatenstich erfolgte 2025, abgeschlossen werden soll das Projekt 2026. Die neue Verbindung soll auch während der Sperre der ÖBB-Stammstrecke eine wichtige Alternative bieten.

Mehr Tempo für Bus und Bim

Neben baulichen Maßnahmen setzen die Wiener Linien gemeinsam mit der Stadt Wien auf das Beschleunigungsprogramm „Mehr Tempo für Bus und Bim“. Dafür wurden 29 Straßenbahnlinien und 134 Autobuslinien analysiert. Ziel sind kürzere Fahrzeiten und ein stabilerer Betrieb.

Zu den Maßnahmen zählen Vorrangschaltungen an Ampeln, grüne Wellen für Bus und Straßenbahn, neue eigene Fahrspuren sowie die Beseitigung von Falschparker-Hotspots. Auch das Auflösen einzelner Abbiegespuren soll helfen, die Öffis schneller durch die Stadt zu bringen.

Ausbildung als Grundlage für verlässlichen Betrieb

Mehr als 9.500 Beschäftigte aus 70 Nationen arbeiten bei den Wiener Linien. Um den Betrieb langfristig abzusichern, investiert das Unternehmen weiter in Ausbildung. 2025 wurden 316 Straßenbahnfahrerinnen und Straßenbahnfahrer, 79 U-Bahn-Fahrerinnen und U-Bahn-Fahrer sowie 145 Buslenkerinnen und Buslenker neu ausgebildet.

Dazu kommen 368 Lehrlinge in elf Lehrberufen, darunter Gleisbau und Mechatronik.

Eurovision Song Contest als Mobilitätsgroßereignis

Nach der Tram-Weltmeisterschaft 2025 steht für die Wiener Linien 2026 mit dem Eurovision Song Contest das nächste Großereignis bevor. Geplant sind dichtere Intervalle bei der U-Bahn, verlängerte Straßenbahnlinien rund um die Stadthalle sowie Sonderformate im Öffi-Netz.

Zu den Programmpunkten zählen die WL x ESC Party-Bim auf der Linie 49, Auftritte von U-Bahn-Stars und Aktionen am Karlsplatz. Die Wiener Linien wollen damit erneut zeigen, welche Rolle der öffentliche Verkehr bei Großveranstaltungen in Wien spielt.

Über die Autoren

Logo
Monatsabo ab € 21,75
Ähnliche Artikel
2048ALMAITVEUNZZNSWI314112341311241241412414124141241TIER