Ein einheitlicher Vertrag und Multi-Network-SIMs sollen grenzüberschreitend stabile Verbindungen liefern und hohe Datenmengen für Passagierinternet und Bordsysteme tragen
Der private Fernverkehrsanbieter Westbahn hat die europaweite Connectivity-Plattform von Freeeway eingeführt, um das Passagier-WLAN sowie zentrale Bordsysteme in seinem wachsenden internationalen Streckennetz zu unterstützen. Freeeway ist ein sogenannter Mobile Virtual Network Operator, also ein Mobilfunkanbieter ohne eigenes Netz, der Kapazitäten bei Mobilfunknetzbetreibern einkauft und für Kunden bündelt.
Bislang nutzte Westbahn nach eigenen Angaben ein länderweise organisiertes Mobilfunkmodell mit separaten Vereinbarungen pro Markt. Das brachte mehrere Verträge, getrennte nationale Datenpakete und unterschiedliche technische Integrationen mit sich. Im grenzüberschreitenden Betrieb musste zudem per Geofencing an Landesgrenzen zwischen SIM-Konfigurationen umgeschaltet werden, was den Betrieb komplexer machte.
Mit der neuen Lösung kommt eine EU-weit einheitliche Konnektivität auf Basis von Multi-Network-SIM-Technologie zum Einsatz. Diese SIM-Karten sind so konfiguriert, dass Router und Systeme im Zug jeweils das stärkste verfügbare Mobilfunknetz priorisieren können. Laut Mitteilung ist auch eine Vorregistrierung im Netz des nächsten Landes möglich, noch bevor der Zug die Grenze vollständig passiert. Physische oder geo-getriggerte SIM-Wechsel sollen damit entfallen.
Westbahn spricht von einer zentralen kommerziellen Vereinbarung, einer technischen Plattform und einer gebündelten Support-Struktur für die gesamte Onboard-Konnektivität. Die Architektur sei zudem für sehr hohe Datenvolumina ausgelegt, nach vollständiger Umsetzung nennt Freeeway eine aggregierte Nutzung von über 100 Terabyte pro Monat. Das soll sowohl bandbreitenintensives Passagier-WLAN als auch operative Anwendungen wie Diagnostik, Monitoring und Onboard-Service-Plattformen abdecken.
Der Rollout startet laut Ankündigung Anfang 2026 mit ausgewählten Zügen, bis 2027 soll die Ausweitung auf die gesamte Flotte erfolgen. Freeeway-CEO Harald Fuchs und Westbahn-CIO Christian Pettauer verweisen in Statements auf weniger Vertrags- und Integrationsaufwand sowie auf eine skalierbare Basis für den internationalen Ausbau.






