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Die 30-jährige Sängerin erschien in einem weißen Kleid im Meerjungfrauendesign mit Fransen sowie dazu passender Handtasche und Schmuck. Turner trug einen beigefarbenen Anzug mit weißem Hemd, wie in Videoaufnahmen zu sehen ist. Der Platz war für die Veranstaltung eigens umgestaltet worden. Oldtimer, ein Obststand und mehrere Tische sorgten für eine Kulisse, die Beobachter mit einem Filmset verglichen.
Zu den Gästen zählten nach Medienberichten unter anderem die Sängerin Charli XCX und ihr Ehemann George Daniel sowie Musikproduzent Mark Ronson mit seiner Ehefrau Grace Gummer, Tochter von Meryl Streep, die DJane Peggy Gou sowie Familienangehörige des Brautpaars. Auch Donatella Versace wurde bei der Feier gesichtet. Die Feierlichkeiten wurden am Samstag in der prachtvollen Villa Valguarnera aus dem 18. Jahrhundert in Bagheria bei Palermo fortgesetzt. Die Gäste trafen ab dem Nachmittag mit rund 60 Kleinbussen an. Das Brautpaar erschien nach Medienberichten in einer luxuriösen Limousine. Elton John spielte während der Feier am Klavier und sang für das Paar seinen Welthit "Your Song".
Das Fest war in mehrere Abschnitte gegliedert, darunter ein Abendessen in den historischen Räumen der Villa. Anschließend war im Park ein Open-Air-DJ-Set mit mehreren international bekannten Künstlern geplant. Rund um die Villa galten strenge Sicherheitsvorkehrungen. Polizei und privates Sicherheitspersonal sicherten das Gelände ab. Die Beschallungsanlage wurde so ausgerichtet, dass die Lärmbelastung für die Anrainer der Stadt möglichst gering blieb.
Die Feierlichkeiten lösten in Palermo auch Proteste aus. In der Nähe der Veranstaltungsorte tauchten am Freitag Flugblätter mit den Aufschriften "Palermo steht nicht zur Miete" und "Unser Platz ist nicht euer Wohnzimmer" auf. Die gleichen Botschaften wurden auf einem an einem Balkon aufgehängten Tuch sowie auf Transparenten in der Umgebung gezeigt. Nach Medienberichten versammelten sich zudem rund 30 Demonstranten in der Nähe der Feier, ohne dass es zu größeren Zwischenfällen kam.
Bürgermeister Roberto Lagalla zeigte Verständnis für die Sorgen einiger Bürger, verteidigte jedoch die Veranstaltung. Palermo werde "an niemanden übergeben", sagte er italienischen Medien. Der Höhepunkt der Hochzeitsfeierlichkeiten soll am Samstag in der Villa Valguarnera in Bagheria stattfinden. Das Barockanwesen aus dem 18. Jahrhundert diente zuletzt als Drehort für die Netflix-Serie "Il Gattopardo". Einzelheiten zum Ablauf wurden nicht bekannt gegeben. Die Stadt Bagheria hat für die Umgebung der Villa bis zum 8. Juni weitreichende Park- und Zufahrtsbeschränkungen angeordnet, um die Privatsphäre des Brautpaars und seiner Gäste zu schützen.
Das glamouröse Fest wurde zudem von einer unerwarteten Kontroverse überschattet. Auslöser sind Berichte britischer Medien, die die Veranstaltungsorte mit der Mafia in Verbindung bringen und damit in Italien heftige Reaktionen auslösten. Besonders in der Kritik steht die Tageszeitung "The Telegraph". In einem Artikel über die Hochzeitsfeier in Bagheria bezeichnete das Blatt den Ort zunächst als "Mafia-Versteck", bevor die Formulierung später in "ehemaliges Mafia-Versteck" geändert wurde. Anlass für die Berichterstattung ist die geplante Feier in der historischen Villa Valguarnera, wo das Paar den Höhepunkt seines mehrtägigen Hochzeitsfestes begeht.
Auch die Boulevardzeitung "The Sun" griff das Thema auf und beschrieb Sizilien als Insel mit einer "brutalen Vergangenheit", die heute von internationalen Stars für "Mafia-Chic-Hochzeiten" entdeckt werde. Die Reaktionen auf Sizilien ließen nicht lange auf sich warten. Besonders deutlich äußerte sich der Präsident der Region Sizilien, Renato Schifani. Er begrüßte zwar die nachträgliche Änderung der Überschrift im "Telegraph", bezeichnete diese jedoch als unzureichend. "Die Korrektur bestätigt, dass die Kritik aus Sizilien berechtigt ist", erklärte Schifani. Aber der Imageschaden sei bereits entstanden. Wieder einmal werde Sizilien auf ein Klischee reduziert, das den jahrzehntelangen Kampf der Bevölkerung gegen die organisierte Kriminalität ignoriere.
Tatsächlich weist der Artikel des "Telegraph" zwar auf die historische Präsenz der Cosa Nostra in der Region hin, erwähnt jedoch zugleich, dass die italienischen Behörden ihre Maßnahmen gegen die organisierte Kriminalität in den vergangenen Jahrzehnten erheblich verstärkt haben. Zudem wird hervorgehoben, dass sich Bagheria heute als beliebte Filmkulisse, Veranstaltungsort exklusiver Hochzeiten und aufstrebendes Touristenziel etabliert hat.
Dennoch lösten die Berichte insbesondere in sozialen Netzwerken eine Welle der Empörung aus. Viele Nutzer kritisierten die aus ihrer Sicht einseitige Darstellung Siziliens und warfen den britischen Medien vor, überholte Stereotype zu bedienen. "Die Hochzeit von Dua Lipa hat die Schönheit und die Exzellenz Siziliens in den internationalen Fokus gerückt", sagte Schifani. Umso schwerer wiege es, wenn renommierte Medien weiterhin Bilder verbreiteten, die die Insel ausschließlich mit ihrer mafiösen Vergangenheit verbinden.
