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Rudolfina Redoute in der Hofburg: 3.600 Gäste, Kanzlerbesuch und ein Maskenpreis für die Schweiz

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©Eszter Barabas

Der größte Maskenball Österreichs war am Faschingsmontag in Wien ausverkauft. Bei der traditionellen Demaskierung um Mitternacht kürte eine Jury die „Schönste Maske“: Victoria Schenker (21) gewann mit einer Eigenkreation.

Wien hat am Faschingsmontag, 16. Februar 2026, wieder jenes Ritual gepflegt, das zwischen Operettenkulisse und gesellschaftlicher Selbstvergewisserung pendelt: In der seit Wochen ausverkauften Hofburg fand die Rudolfina-Redoute statt, der Veranstalter zufolge der größte Maskenball des Landes. Rund 3.600 Gäste kamen unter dem Motto „Student sein in Wien“, Walzerklänge inklusive.

Unter den Besuchern war auch Bundeskanzler Christian Stocker. Neben ihm zeigte sich ein breites Spektrum aus Politik, Universitätsumfeld und Prominenz aus Kultur, Sport und Medien. Genannt wurden unter anderem Schauspielerinnen und Schauspieler wie Valerie Huber, Aaron Karl, Natalie Alison und Selina Graf, außerdem die „Dancing Stars“ Anna Strigl und Herbert Stanonik sowie Ex-Tennisprofi Stefan Koubek.

Tradition mit studentischem Kern

Die Rudolfina-Redoute setzt auf ein festes Regelwerk. Maskierte Damen im bodenlangen Abendkleid, begleitet von Herren in Frack, Smoking oder großem Gesellschaftsanzug, und als Fixpunkt die Demaskierung um Mitternacht. Ballvater Oliver Hödl verwies auf die historische Klammer der Veranstaltung: Seit 1899 werde hier „Wiener Studentenleben“ als Tradition gepflegt, als Phase, in der „Freundschaft, Bildung und Lebensfreude“ zusammenkämen. Dass der Ball rasch ausverkauft war, deutete Hödl als Signal, dass diese Werte auch jüngere Generationen ansprechen.

Moderation, Choreografie, Mitternachtsmoment

Durch den Abend führte Moderatorin Silvia Schneider, die choreografische Gestaltung übernahm Thomas Kraml. Inhaltlich kulminierte die Nacht in jenem Moment, auf den die Redoute seit jeher hinarbeitet: der Demaskierung um Mitternacht, verbunden mit der Demaskierungsquadrille. Spätestens dann wird aus dem Spiel der Verhüllung ein gesellschaftlicher Abgleich, wer hinter welcher Maske stand.

„Schönste Maske“: Eigenkreation gewinnt

Ein Höhepunkt blieb die Wahl der „Schönsten Maske“. Eine prominente Jury stimmte über die aufwendigsten Kreationen des Abends ab. Der Titel ging in diesem Jahr an Victoria Schenker, 21 Jahre alt, aus der Schweiz, ausgezeichnet wurde eine Eigenkreation. Damit wanderte der prominenteste Preis des Abends, zumindest symbolisch, über die Landesgrenzen hinaus.

Die Rudolfina-Redoute zeigte damit einmal mehr, warum sie im Wiener Ballkalender eine Sonderrolle einnimmt: weniger Debütantinnen-Inszenierung als Maskenritual, weniger Ereignis für Tagespolitik als Bühne für eine Tradition, die sich gerade durch ihre Wiederholung behauptet.

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