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ORF-Wahl: Lisa Totzauer bewirbt sich für Generaldirektion

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Lisa Totzauer

©Sebastian Philipp

ORF-TV-Magazinchefin hatte sich bereits 2021 um ORF-Chefsessel beworben und erhielt fünf der 35 Stimmen.

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Es gibt eine erste offizielle Bewerberin für den ORF-Chefsessel: Lisa Totzauer. Auf APA-Anfrage bestätigte die gegenwärtige ORF-TV-Magazinchefin, dass sie sich nach 2021 erneut bewirbt. Vor fünf Jahren kam sie auf fünf von 35 Stimmen und wurde als bürgerliche Alternative zum damaligen ORF-Chef Alexander Wrabetz gehandelt. Die Mittfünfzigerin aus Wien ist seit fast 30 Jahren im öffentlich-rechtlichen Medienhaus tätig.

Am Mittwochvormittag lädt Totzauer zu einem Pressegespräch, um Auskunft über ihre Bewerbung zu geben. Die Wahl erfolgt am 11. Juni. Als klarer Favorit gilt APA-CEO Clemens Pig, der zwar noch keine Bewerbung abgegeben hat, laut Beobachtern aber auf die Unterstützung der Regierung zählen dürfte. Eine Mehrheit der 35 formell weisungsfreien ORF-Stiftungsräte steht der ÖVP bzw. der SPÖ nahe.

Erfolge und Experimente

Totzauer hat schon in mehreren Positionen im größten Medienhaus des Landes gearbeitet – u.a. als Channelmanagerin von ORF 1, wobei sie einst angesichts der Sogwirkung vieler Streamingplattformen auf vor allem junge Zielgruppen keinen leichten Job übernommen hatte. Ihr damaliges Ziel war, US-Serien zusehends aus dem Programm zu drängen und durch Eigenproduktionen zu ersetzen.

Sie war u.a. für Hauptabend-Erfolge wie "Starmania 21" verantwortlich, fiel durch Experimente wie der Comedy-Serie "Wischen ist Macht" oder das im Hauptabendprogramm platzierte "Walking on Sunshine" auf. Formate wie "Fakt oder Fake" und die Reportageleiste "Das Leben ist schön" waren weitere Versuche, "einen humorvollen und authentischen Blick in Österreichs Lebenswelten" zu werfen.

ORF 1-Infochefin und Medienlöwin in Gold

Zuvor war die Magistra der Vergleichenden Literaturwissenschaft etwa im Aktuellen Dienst des Landesstudio Niederösterreich, in der "Zeit im Bild"-Redaktion und später als "ZiB"-Sendungsverantwortliche tätig. Schon 2010 galt sie als aussichtsreiche Bewerberin für die Leitung der TV-Magazine - was sie aber letztlich erst zwölf Jahre später werden sollte. Dabei wurde sie von Roland Weißmann zur Hauptabteilungsleiterin "Magazine und Servicesendungen" bestellt. Ihm war sie bei der Wahl 2021 unterlegen.

Zuvor noch betätigte sie sich als Infochefin von ORF 1, wobei sie u.a. Formate wie "ZiB Flash", "ZiB 20", "DOKeins" und das "ZiB Magazin" verantwortete. Aber auch die Entwicklung der Erfolgsproduktionen "Wahlfahrt" und "Nationalraten – Die politische Quiz-Talk-Show" gestaltete sie in dieser Zeit mit.

2016 wurde sie vom Branchenmagazin Der Österreichische Journalist mit einem Sonderpreis für Innovation geehrt und 2018 zur Medienlöwin in Gold gekürt und somit als Medienfrau ausgezeichnet, die anderen Frauen als Vorbild diene. Totzauer zeichne aus, dass sie bei den Neubesetzungen von ORF-Toppositionen "nicht nur die einzige Frau unter den Beförderten" war, "sondern auch die Einzige, deren Qualifikation über jeden Zweifel erhaben war", hieß es damals in der Begründung.

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