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Gelungene Hommage: Lucky Luke und "Die Grimm Brothers"

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Hommage-Band: Die Grimms im Wilden Westen
In Deutschland sind sie Superstars, doch die US-Lesetournee von Jacob und Wilhelm Grimm droht zum Fiasko zu werden. Egal, ob "die Weltsensation aus Europa" in Simpletown, Highbrowville oder Death End gastiert, überall leeren sich die Saloons bei ihren Lesungen im Handumdrehen. Statt Honorare zu kassieren, müssen sie Umsatzausfall zahlen. Zum Glück steht ihnen Lucky Luke zur Seite. Zum 80er des Mannes, der schneller zieht als sein Schatten, erscheint nun "Die Grimm Brothers".

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Der achte Band der Hommage-Reihe an den vom belgischen Comic-Zeichner Maurice De Bevere alias Morris (1923-2001) ersonnenen Westernhelden stammt vom deutschen Comic-Künstler Flix (Text, Szenario), der nach Spirou und Marsupilami bereits zum dritten Mal eine frankobelgische Comic-Ikone neu interpretiert, und seinem zeichnenden Kollegen Reinhard Kleist. Sie lassen mit einer Vielzahl von liebevollen Details die Sammler der deutschen Volks- und Hausmärchen auf die raue Welt des Wilden Westens treffen und feststellen: Die Geschichten, die hier die Menschen in den Bann ziehen, sind ganz andere.

Das naive Duo wäre ohne Lucky Luke als Reisebegleiter verloren. Der rät den deutschen Gästen, ihr Geschichtenrepertoire dem Publikum anzupassen. Doch wie? Erfinden geht nicht, sie sind ja nicht Hans Christian Andersen, wie sie bei jeder Gelegenheit betonen, sie dichten nicht, sie sammeln nur. Lucky Luke arrangiert also einen Besuch bei Ma Dalton.

Im Hochsicherheitstrakt erzählt sie den beiden Deutschen die Geschichte ihrer vier herzensguten und grundanständigen Söhne, denen so übel mitgespielt wurde, dass sie nun als Verbrecher gesucht werden. Dieses Western-Märchen wird ein Bestseller, sorgt für einen radikalen Imagewandel der vier Daltons und erregt, als es ihnen zu Ohren kommt, ihren unbändigen Zorn. Sind sie nicht die furchterregendsten und gefährlichsten Verbrecher? Und plötzlich fürchtet sich niemand mehr vor ihnen? Das darf nicht so bleiben. Die Geschichte nimmt eine dramatische Wendung.

"Lucky Luke - Die Grimm Brothers" ist eine liebevolle Begegnung zweier unterschiedlicher Kulturen. Flix und Reinhard Kleist, die mit dem Band von 13. bis 18. Juni auf Lesereise entlang der Deutschen Märchenstraße gehen, vom Geburtsort bis zum Sterbeort der Grimms, haben viele Märchen-Anspielungen untergebracht. Jolly Jumper wird zum Bremer Stadtmusikanten, Lucky Luke landet im Schneewittchen-Sarg, und auch das Rotkäppchen spielt eine wichtige Rolle.

Und dann gibt es noch Häuptling Gestiefelte Katze und ihre feministischen Gefährtinnen, die dafür sorgen, dass auch dieses Abenteuer gut ausgeht, obwohl der "poor lonesome Cowboy" es am Ende mit allen versammelten Schurken des Wilden Westens gleichzeitig zu tun bekommt. Und wenn er nicht gestorben ist ...

(S E R V I C E - "Lucky Luke - Die Grimm Brothers" von Flix und Reinhard Kleist, Egmont Comic Collection, 48 Seiten, 10 Euro)

BERLIN - DEUTSCHLAND: FOTO: APA/APA/Ehapa Media

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