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Garbage bei Rückkehr nach Wien keinesfalls retro

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Shirley Manson bei einem Auftritt 2025 in Los Angeles
Garbage waren Ende der 90er-Jahre am Puls der Zeit und veröffentlichten bahnbrechende Alben. Fast drei Jahrzehnte später klingen ihre alten Songs zeitlos, ihre aktuellen keinesfalls retro. So war der Auftritt der Gruppe am Montag in der rappelvollen Sommerarena alles andere als eine Nostalgieshow. Zwischen Hits wie "Push It" oder "Special" gab es Neues von einer groß aufspielenden Band um eine Sängerin, die stimmlich eine Gewalt geblieben ist, zu hören.

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Frontfrau Shirley Manson meinte zwar, es sei die erste Headliner-Show von Garbage in Wien - und war von der Reaktion des Publikums an diesem Abend ebenso begeistert, wie im Gegenzug das Publikum von Garbage. Doch schon 1998 und 1999 hat die Gruppe zwei fantastische Headliner-Konzerte im Rahmen der Libro Music Days in der Bundeshauptstadt absolviert. "Eine Performance aus einem Guss", hieß es seinerzeit in einer Konzertkritik. Aus einem Guss war sie auch bei der Rückkehr nach so vielen Jahren.

"There's No Future in Optimism" vom bisher letzten Album "Let All That We Imagine Be the Light" (2025) eröffnete das Programm - Mansons messerscharfe Stimme hob über einen ebensolchen Gitarrenteppich ab. Beim folgenden "Hold", bei dem sich - wie wiederholt bei Garbage - groovende Passagen mit langsameren Teilen abwechselten, beeindruckte nicht zum letzten Mal die geniale Rhythmusfraktion mit Butch Vig an den Drums und der exzellenten Tourbassistin Nicole Margaret Fiorentino.

Garbage können druckvoll ("I Think I'm Paranoid"), gespenstisch ("No Horses"), poppig ("Chinese Fire Horse"), zart ("The Day That I Met God") und hymnisch ("Only Happy When It Rains" als letzte Zugabe). Beim laut Manson Lieblingssong der Band vom aktuellen Album, dem von Wut einer Betrogenen getriebenen "Have We Met (The Void)" erhoben sich dramatische Synthy-Flächen, um dem Lied schließlich mit harten Drumbeats, waberndem Bass und intensiven Gitarrenklängen einen Industrial-Anstrich zu verpassen. Pure Energie, Verve und auch Raum zum Durchatmen - Garbage können das.

Wie Patti Smith vor kurzem, zeigte sich auch Manson von der Location, eine der besten überhaupt, wie sie betonte, begeistert. Die Arena, die heuer 50 Jahre feiert, habe sich die Punk-Attitüde bewahrt: "No bullshit!". Aber auch für Wien gab es verbale Blumen. Die Einwohner seien "lucky motherfuckers", sagte die 59-Jährige unter dem Eindruck eines Stadtspaziergangs am Vortag. Als solche fühlten sich wohl auch die meisten, die das Konzert von Garbage miterlebt haben - außer jene vielleicht, die ausschließlich Nostalgie erwartet haben.

(Von Wolfgang Hauptmann/APA)

(S E R V I C E - www.garbage.com )

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