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Ein "großes Lebensgeständnis" von The Pretty Reckless

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Taylor Momsen überzeugte auch am Nova Rock
The Pretty Reckless, die US-Rockband um Sängerin Taylor Momsen, veröffentlicht am Freitag (26.6.) das neue Album "Dear God". "Es ist ein sehr rohes, brutal ehrliches, verletzliches, aber gleichzeitig total aggressives Rock-'n'-Roll-Album, das alle Aspekte meines Lebens von der Kindheit bis heute aufgreift und ihnen einen Sinn gibt", sagte Momsen am Nova Rock im Interview mit der APA. "Es ist im Grunde ein einziges großes Lebensgeständnis."

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Es sei also ein sehr persönliches Album geworden, betonte die 32-Jährige, die auch als Schauspielerin (u.a. "Gossip Girl") bekannt wurde. "Es ist fast so, als wäre es direkt aus meinem Tagebuch entsprungen. Deshalb hat es textlich eine Direktheit, die wir zwar schon auf früheren Alben angeschnitten, aber nie so deutlich gezeigt haben. Ich denke, das macht es zu etwas ganz Besonderem - anders und einzigartig."

Ihre Songs schreibt Momsen "in der Stille", wie sie erzählte. "Ich mache es für mich selbst, weil ich etwas zu sagen oder auszudrücken habe, das ich loswerden muss. Ich schreibe im Grunde Songs nur für mich. Ich denke, im Laufe der Jahre bin ich darin besser geworden. Ich habe mich weiterentwickelt. Wir haben The Pretty Reckless gegründet, als ich 14 war. Ich bin jetzt 32, werde bald 33, und habe in den vergangenen Jahren viel erlebt. Das spiegelt sich alles sehr deutlich in den Songs und im Songwriting wider."

Angst, zu viel Persönliches preiszugeben, habe sie nicht, versicherte Momsen. "Nein, denn Songwriting war schon immer mein Trost. Ich habe angefangen, Songs zu schreiben, weil ich etwas in mir hatte, das ich loswerden musste. Schreiben hilft mir, mein Leben und die Welt um mich herum zu verarbeiten und mich selbst zu verstehen. Schreiben und Komponieren kann vieles in mir emotional aufwühlen. Aber ich setze mir keine Grenzen so nach dem Motto: 'Oh, darüber darf ich nicht sprechen' - oder: "Diese Linie darf ich nicht überschreiten'. Damit würde ich mir keinen Gefallen tun."

Von aggressiver Musik habe sie sich schon immer angezogen gefühlt, sagte die Künstlerin. "Pop und Dance und so etwas haben mich nie wirklich berührt. Ich bin mit der Rocksammlung und den Vinyls meines Vaters aufgewachsen und habe mich in diese Musik verliebt. Es fing eigentlich an mit den Beatles. Die Beatles waren die erste Band, die ich hörte und in die ich mich verliebte. Sie veränderten mein Leben. Dann kamen Pink Floyd, The Who, Bob Dylan, Hendrix, Cream und so weiter. Dann entdeckte ich in meinen jungen Erwachsenenjahren die Musik der 90er. Soundgarden war die zweite Band, die mein Leben veränderte."

Rock 'n' Roll mit der Gitarre der alten Schule habe "etwas Besonderes", so Momsen. "Da ist diese Aggression, die einen sofort innerlich berührt. Aber es steckt auch Tiefe und Sensibilität drinnen. Da gibt es viele Ebenen zu entdecken. Im Gegensatz dazu ist vieles in der modernen Musik - ich will jetzt keine Namen nennen - sehr oberflächlich. Das war noch nie mein Ding."

Musik nach einer Formel zu komponieren, um einen Algorithmus zu bedienen, sei daher nichts für sie, hielt Momsen fest. "Ich habe auf diese Art noch nie einen Song gemacht und werde es auch nie tun. Das interessiert mich einfach nicht. Ich möchte etwas ausdrücken, das Bedeutung hat und die Zeit überdauert. Großartige Kunst und großartige Rockmusik sollten etwas in einem auslösen, das zum Nachdenken anregt. Sie sollten helfen, die Welt und dich selbst zu verstehen, zu hinterfragen und deinen Horizont zu erweitern. Musik sollte nicht nur eine Flucht aus dem Alltag bieten. Viele Lieder werden genau dafür gemacht, was ja auch in Ordnung ist. Aber man braucht beides. Es kann nicht alles nur Zuckerschlecken sein."

Aber harte Klänge allein reichen nicht für ein fantastisches Album wie "Dear God", weiß Momsen. "Man braucht alle Facetten an Emotionen. Ich versuche immer, unbewusst, die ganze Bandbreite des menschlichen Seins einzufangen. Es geht nicht darum, dass man morgens wütend aufwacht, abends wütend ins Bett geht. Man ist nicht immer wütend. Es gibt eine Dynamik im Menschsein, und ich finde, Musik sollte das widerspiegeln."

(Das Interview führte Wolfgang Hauptmann/APA)

(S E R V I C E - https://theprettyreckless.com )

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