Beim 81. Ball der Pharmazie in der Wiener Hofburg positionierte sich die österreichische Apothekerschaft klar gesundheitspolitisch. Vor mehr als 3.000 Gästen forderten Standesvertretung und Politik eine stärkere Einbindung der Apotheken in die Versorgung.
Gesundheitspolitische Signale in der Wiener Hofburg
Der 81. Ball der Pharmazie hat am Samstag, dem 17. Jänner 2026, nicht nur als gesellschaftliches Ereignis, sondern auch als gesundheitspolitisches Forum gedient. In der Wiener Hofburg versammelten sich mehr als 3.000 Gäste aus 19 Nationen. Im Mittelpunkt standen Forderungen der österreichischen Apothekerschaft nach zusätzlichen Aufgaben und mehr Verantwortung im Gesundheitssystem.
Ulrike Mursch-Edlmayr, Präsidentin der Österreichischen Apothekerkammer, nutzte ihre Eröffnungsrede, um einen aktiveren Beitrag der rund 7.000 Apothekerinnen und Apotheker zur Gesundheitsversorgung einzufordern. Angesichts eines fragmentierten Systems müsse der Fokus stärker auf gestaltende statt rein reaktive Rollen gelegt werden, sagte sie. Die Apothekerschaft habe dafür bereits konkrete Vorschläge vorgelegt.
Konkrete Vorschläge für Reformen
Genannt wurden unter anderem assistierte Telemedizin in Apotheken, neue Präventionsansätze sowie Konzepte zur besseren Lenkung von Patientenströmen. Ziel sei es, vorhandene Strukturen effizienter zu nutzen und die Versorgung breiter abzustützen.
Mursch-Edlmayr verwies zudem auf die besondere Stellung öffentlicher Apotheken im niedergelassenen Bereich. Sie seien Teil der kritischen Infrastruktur und hätten ihre Bedeutung insbesondere während der Pandemiejahre unter Beweis gestellt. Dieses Alleinstellungsmerkmal solle künftig nicht nur in Krisenzeiten berücksichtigt werden, sondern auch bei strategischen Planungen und Reformprojekten im Gesundheitswesen.
Lob aus der Politik
Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig und der steirische Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl würdigten in ihren Statements die bestehende Zusammenarbeit zwischen Politik und Apothekerschaft. Beide betonten die Rolle der öffentlichen Apotheken für eine niederschwellige, flächendeckende und rund um die Uhr verfügbare Versorgung mit Medikamenten, Beratung und Gesundheitsdienstleistungen in ganz Österreich.
Steiermark als thematischer Schwerpunkt
Die Ballnacht stand unter der Schirmherrschaft des Bundeslandes Steiermark. Ein „grün-weißer Faden“ prägte Programm und Gestaltung. Musikalisch sorgten unter anderem die High Styria Big Band, die Musikkapelle St. Lorenzen und die Volkstanzgruppe St. Martin im Sulmtal für Unterhaltung. Ergänzt wurde das Programm durch steirische Kulinarikangebote.
Die Mitternachtseinlage gestaltete die Band Aut of Orda rund um Paul Pizzera, die den Festsaal der Hofburg kurzzeitig in ein Rockkonzert verwandelte.







