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Top 10 Trennungsgründe

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Monika Wogrolly

©Matt Observe

Warum streiten sich Paare wegen eines falsch eingeräumten Geschirrspülers? Im Folgenden liste ich Ihnen die häufigsten Liebeskiller auf, die mir in über 20 Jahren Klinik und Praxis in Liebesbeziehungen begegnet sind.

Ich lasse mir nichts mehr diktieren, sagt Agnes. Nach 30 Ehejahren reicht es ihr. Was lange Zeit in ihrer Ehe wie das Salz in der Suppe war, sein vermeintliches Besserwissen, ist durch Agnes’ natürlichen Reifungsprozess auf einmal ein Trennungsgrund. Sie, die sie heute ist, lässt sich die ständigen Korrekturen durch ihren Mann nicht mehr gefallen. Und hier die häufigsten Liebeskiller, die gefährlich sind, aber so harmlos wirken:

1. Zahnpastatube

Die offene Zahnpastatube, der chaotisch bestückte Geschirrspüler, das offen gelassene Fenster … All das sind mitnichten Nichtigkeiten, sondern höhlen eine Beziehung geradezu holzwurmartig aus.

2. Monologe

Wer Vorträge hält, ohne zuzuhören, braucht sich nicht wundern, wenn irgendwann bei unfairer Rollenverteilung der Stecker der Beziehung gezogen wird.

3. Dresscode

Viele Paare reden nicht über Kleidung. Gerade das führt zu Szenen wie bei Renate und Ernst: Erst in einer Paartherapie gesteht er ihr, dass ihr Frotteenachthemd ein Liebeskiller gewesen sei. Warum nicht schon früher?

4. Hermeneutik

In Liebesbeziehungen wird vieles fehlinterpretiert. Es wird vorschnell falsch gedeutet und oft gar nicht ausreden gelassen: Gift für die Liebe.

5. Entfremdung

Wenn sie nicht gestorben sind, dann fremdeln sie noch heute. So könnte man dieses No-Go der Liebe bezeichnen: Man interessiert sich schon gar nicht mehr für das Gegenüber, weil man ja schon alles weiß. Sicher?

6. Eifersucht

Alles ist wichtiger als die Partnerschaft. Dieses Gefühl führt zur Distanzierung und diese wiederum zu Desinteresse, Wurstigkeit, Abstumpfung. Und dann gibt es nur noch Schuldzuweisungen, keine feinwürzige Eifersucht als Liebesbooster, sondern eine Art Eifersuchtslava: Das bedeutet in Wahrheit Selbstentwertung, als wüsste man schon, dem Gegenüber nicht gut genug zu sein.

7. Betriebsblindheit

Sie gehen jeden Abend mit ihm oder ihr zu Bett. Aber wissen gar nicht, mit wem Sie es zu tun haben. Ihre Routinen verschlingen Sie so sehr, dass weder Zeit noch Raum für Zärtlichkeit und Nähe da sind. Der Effekt solcher Betriebsblindheit: Schweigen und Verrohung.

8. Vergessen

In alten Zeiten war alles anders, als die Liebe in ihrer Hochblüte war. Das scheinen viele Paare vergessen oder verdrängt zu haben, anstatt die Kraft des Beginns zu reaktivieren und Früheres als Ressource zu nutzen.

9. Essverhalten

Wenn es Trigger wie das unerträgliche Kauen, Schmatzen oder Schlucken Ihres Partners oder Ihrer Partnerin gibt, na dann Prost Mahlzeit. Denn wenn man jemand nicht mehr essen, trinken oder atmen hören (oder: sehen) kann, muss zuvor schon viel in die Brüche gegangen sein.

10. Ekel

Kommt beim Anblick des Partners oder der Partnerin Abscheu oder gar Ekel auf, resultiert das aus einer schleichenden Entfremdung.

Fazit: Auf die Vorzeichen achten

Achten Sie auf Vorzeichen eines Beziehungs-Aus, um nachher nicht dumm dazustehen. Die beste Präventivmaßnahme ist der wertschätzende Dialog. Und das echte Interesse an einem Du, das, wie schon der Philosoph Martin Buber erkannt hat, das Ich erst möglich macht.

Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 15/2026 erschienen.

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