Im Vorfeld der Kuratoriumssitzung haben 60 Spitzenpersönlichkeiten aus Kunst und Kultur ein „Memorandum“ für den Intendanten Markus Hinterhäuser unterzeichnet, mit der Aufforderung, „von jeder Einmischung in künstlerischen Fragen Abstand zu nehmen“.
Darf ich Ihnen formlos eine Erklärung zur Kenntnis bringen, die soeben von vielen Spitzenpersönlichkeiten der internationalen Kulturwelt verabschiedet wurde? Verbschiedet wird sie im Hinblick auf die Kuratoriumssitzung der Salzburger Festspiele am 26. Februar, und sie richtet sich gegen inferiore Intrigen, die den Intendanten Markus Hinterhäuser beschädigen sollen. Mehr in meinen Spitzentönen.
Dem Text der Erklärung habe ich nichts hinzuzufügen, nur das: Was herauskommt, wenn sich die Politik gegen die intellektuelle und künstlerische Spitze positioniert, erlebt gerade auch der Bildiungsminister Wiederkehr.
Das Memorandum
Der Intendant der Salzburger Festspiele, Markus Hinterhäuser, ist uns allen seit langem als herausragender Programmgestalter und Festivalleiter bekannt. Die hohe Anerkennung, die seine Arbeit bei internationaler Presse und Publikum erfährt, spiegelt sich auch in der neuen Festspielsaison in den beständigen und enormen Zuwächsen bei den Kartenbestellungen wider.
Als Festspielintendant ist Markus Hinterhäuser autorisiert, nach freiem künstlerischem Ermessen alleine über die Besetzung künstlerischer Positionen zu entscheiden. Dies ist in der Geschäftsordnung der Salzburger Festspiele eindeutig so festgelegt. Es gibt also keine Veranlassung, öffentlich von Gelben Karten oder von der Stellung der Vertrauensfrage zu sprechen.
Wir, die unterzeichneten KünstlerInnen und FreundInnen der Festspiele, fordern das Kuratorium auf, von jeder Einmischung in künstlerische Fragen Abstand zu nehmen und den Intendanten der Festspiele bei der Fortsetzung seiner für Salzburg so erfolgreichen Arbeit nach Kräften zu unterstützen.
Die Unterzeichner
Christian Ludwig Attersee, Gabriela Bacher, Anna Badora, Claude Bardouil, Edek Bartz, Peter Braunwarth, Florian Boesch, Robert Carsen, Romeo Castellucci, Robert Dornhelm, Valie Export, Rene Freund, Beat Furrer, Karl Markus Gauß, Hubert von Goisern, HK Gruber, Peter Handke, Sophie Semin Handke, Michael Haneke, Xenia Hausner, André Heller, Anna Heindl, Michael Heltau, Peter Paul Kainrath, Ingrid Karl, Klangforum Wien, Franz Koglmann, Patricia Kopacinskaja, Ursula Krinzinger, Thomas Krinzinger, Hans Kupelwieser, Elfriede Jelinek, Martha Jungwirth, Marcel Landesmann, Igor Levit, Dörte Lyssewski, Peter Marboe, Ingo Metzmacher, Georg Nigl, Rita Nitsch, Peter Noever, Markus Peichl, Wolf Prix, Carl Pruscha, Thaddaeus Ropac, Gerhard Rühm, Elfie Semotan, Andreas Schett, Malgorzata Sczenzniac, Eva Schlegel, Elisabeth Schweeger, Walter Smerling, Manfred Wakolbinger, Krzysztof Warlikowski, Alfred Wopmann und Erwin Wurm.







