Gestern ging noch die Meldung um, das zähe Verhandeln um die Intendanz der Salzburger Festspiele hätte sein mühevolles Ende gefunden, die Bekanntgabe sei für heute zu erwarten: Die Amsterdamer Operndirektorin Sophie de Lint stehe ante portas, der immens beschäftigte Weltregisseur Barrie Kosky stehe ihr als „Co-Artistic-Director“ zur Seite. Die nicht unumstrittene Präsidentin Kristina Hammer werde bleiben.
Zumindest letztgenanntes dürfte zutreffen. Alles andere aber stand am Mittwochabend wieder schwerst zur Debatte, Informationen zufolge wurden die Verhandlungen vorerst abgebrochen: Zumindest Kosky hat sich infolge der chaotischen Gebarung, in die weder Landeshauptfrau Edtstadler noch Kunstminister ordnend eingreifen wollten, aus dem Bewerb genommen. Auch Sophie de Lint sei keine sichere Option mehr.
Möglicherweise nähere man sich „Plan B“ in der Gestalt des Belgiers Peter de Caluwe, 63, der vom nachmaligen Salzburger Radikalreformer Gerard Mortier als Dramaturg an die Brüsseler Oper geholt wurde und dort fast 20 Jahre lang der sehr erfolgreiche Intendant war, ehe er sich im Sommer 2025 zurückzog.
Für ihn haben sich zuletzt Persönlichkeiten aus der Champions League des Operngeschäfts verwendet. Entschieden ist noch nichts, aber de Caluwe wäre entschiedener zu begrüßen als eine Konstruktion ohne Kosky.
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