Ökonom Michael Bonin über Prognosen ohne Glaskugel: Warum Unsicherheit bleibt – und wie Politik und Wissenschaft besser damit umgehen sollten.
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Hätten Sie manchmal lieber eine Glaskugel statt einer Excel-Tabelle?
Wir haben ein bisschen mehr zur Verfügung als eine ExcelTabelle. Ich glaube nicht, dass ich eine Glaskugel möchte und ich würde mir wünschen, dass auch die Rezipienten besser verstehen, dass es diese Glaskugel nie geben kann. Die Zukunft ist immer hochgradig unsicher. Das Entscheidende ist, mit dieser Unsicherheit umzugehen. Wir in der Wissenschaft müssen besser darin werden, bei unseren Ergebnissen zu kommunizieren, was daran unsicher ist. Man muss Institutionen so aufbauen, dass sie, wenn Unvorhergesehenes passiert, möglichst flexibel sind.

Steckbrief
Holger Bonin
hat Volkswirtschaftslehre in Kiel studiert und an der Uni Freiburg promoviert. Er forschte am Institut zur Zukunft der Arbeit sowie am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung und am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung. Seit 2023 ist er Leiter des österreichischen Instituts für Höhere Studien IHS in Wien, auf dessen Prognosen die Bundesregierung u. a. bei der Budgeterstellung zurückgreift.
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 12/2026 erschienen.







