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Herr Kogler, wir haben da noch eine Frage

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Der frühere Vizekanzler Werner Kogler über den Wechsel in die Opposition – und warum politische Gestaltung auch ohne Regierungsamt möglich bleibt.

Wie schwer war der Abschied von der Macht?

Es bestätigt sich für mich, dass man an jeder Stelle Macht im positiven Sinn anstreben soll, denn damit ist Gestaltungsmöglichkeit verbunden. An manchen Stellen kann man leichter etwas beeinflussen, an manchen schwerer. Im Parlament gibt es da durchaus Möglichkeiten, weil Beschlüsse in Österreich oft eine Zweidrittelmehrheit brauchen. Da sind wir oft als Oppositionspartei gefragt, weil mit den Blauen kein Staat zu machen ist.

Wir sind gern dabei, die anstehenden Reformen anzutreiben. Aber natürlich ist es ein Riesenunterschied in der Vorgangsweise und bei der Taktik, ob man in der Regierung oder im Parlament vertreten ist. Ich habe da sofort umgeschaltet, denn ich habe ja schon früher für die Grünen im Parlament viel verhandelt, etwa die transparenteren ­Parteiengesetze. Man kann also etwas durchsetzen und nicht nur Balkonprediger sein.

Und etwas Positives hat der Wechsel: Bei den großen Sachen bist du als Oppositionspartei dabei, aber du musst dich nicht mehr um die vielen Kleinigkeiten kümmern, die es im Regierungsalltag gibt. Das ist fast eine Erleichterung.

© Matt Observe

Steckbrief

Werner Kogler

Der Steirer hat Volkswirtschaftslehre und Rechtswissenschaften studiert. Er war Gründungsmitglied der Grünen in der Steiermark und auch bei der Besetzung der Hainburger Au dabei. Kogler war Abgeordneter im Grazer Gemeinderat, von 1999 bis 2017 Nationalratsabgeordneter. Nachdem die Grünen bei der Wahl den Einzug ins Parlament verpassten, übernahm Kogler die Parteiführung und schaffte 2019 nicht nur den Wiedereinzug in den Nationalrat, sondern auch die Regierungsbildung mit der ÖVP. Bei der Wahl 2024 setzte es herbe Verluste. Im Juni 2025 hat Kogler die Parteiführung an Leonore Gewessler abgegeben.

Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 11/2026 erschienen.

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