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Senat der Wirtschaft: Jahresempfang 2026 im Zeichen von Verantwortung

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©Martina Lajczak

Beim Jahresempfang des Senats der Wirtschaft am 8. Jänner 2026 in den Festsälen der Universität Wien diskutierten mehr als 300 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Medien über Reformbedarf, Medienverantwortung und unternehmerische Haltung.

Austausch in den Festsälen der Universität Wien

Unter dem Motto „Rulebreaker – mit Anstand gegen den Stand der Dinge“ fand der traditionelle Jahresempfang des Senats der Wirtschaft statt. Über 300 Gäste aus Wirtschaft, Medien und Politik nahmen an der Veranstaltung in den Festsälen der Universität Wien teil. Die größte Unternehmerorganisation Österreichs stellte den Abend in den Kontext wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und politischer Umbrüche.

Ferrero-Waldner: Verantwortung nicht delegierbar

Den inhaltlichen Auftakt gestaltete Benita Ferrero-Waldner, ehemalige EU-Kommissarin und Präsidentin des Senats der Wirtschaft. In ihrer Keynote verwies sie auf die wachsenden geopolitischen Herausforderungen für die Europäische Union.

Ferrero-Waldner betonte zudem die Verantwortung von Unternehmen für Mitarbeiter und Gesellschaft. Transparente Kommunikation, soziale Absicherung und ein respektvolles Miteinander seien zentrale Voraussetzungen für Vertrauen und Stabilität. Entscheidungen müssten auch unter schwierigen Rahmenbedingungen auf Basis von Weitsicht und ethischen Grundsätzen getroffen werden.

Darüber hinaus verwies sie auf das Global-Gateway-Programm der EU als internationale Investitions- und Infrastrukturstrategie. Dieses setze auf nachhaltige und transparente Projekte in Partnerländern und eröffne zugleich Chancen für private Unternehmen, sich international zu engagieren.

Leistung, Werte und persönlicher Anspruch

Der Unternehmer und Spitzensportler Clemens Doppler sprach über das „Spielfeld der Verantwortung“. Anhand seiner Erfahrungen aus Sport und Wirtschaft stellte er die Bedeutung klarer Werte, von Teamarbeit und persönlicher Haltung heraus. Haltung müsse sich im täglichen Handeln widerspiegeln und präge langfristig auch bestehende Strukturen.

Medien im Spannungsfeld von Einfluss und Verantwortung

Einen kritischen Blick auf die Rolle der Medien richtete Kurier-Herausgeberin Martina Salomon in ihrer Keynote „Macht der Medien“. Sie thematisierte den Balanceakt zwischen Information, Einordnung und Meinungsmacht. Journalismus solle Orientierung bieten und offenen Diskurs ermöglichen. Gleichzeitig reflektierte sie den Einfluss sozialer Medien und sprach sich für einen Dialog auf Augenhöhe aus.

Unternehmerische Konsequenz statt Symbolpolitik

Heini Staudinger, Geschäftsführer der GEA Waldviertler und Präsidentschaftskandidat 2022, plädierte für ein konsequent wertebasiertes Wirtschaften. Unternehmerische Freiheit und gesellschaftliche Verantwortung seien aus seiner Sicht untrennbar miteinander verbunden. In diesem Zusammenhang zitierte er Marie von Ebner-Eschenbach.

Podiumsdiskussion zu Wirtschaftspolitik und Reformbedarf

Höhepunkt der Veranstaltung war die Podiumsdiskussion „Politik versus Wirtschaft oder Versagen versus Verantwortung?“, moderiert von Robert Kleedorfer, Wirtschaftsressortleiter des „Kurier“. Diskutiert wurde mit Georg Dornauer (Tiroler Landtagsabgeordneter), Karl-Heinz Strauss (CEO Porr AG), Hanno Lorenz (Agenda Austria), Heini Staudinger und Hans Harrer, Vorstandsvorsitzender des Senats der Wirtschaft.

Strauss kritisierte die aus seiner Sicht hohe Ausgabenstruktur Österreichs und verwies auf Leistung, Arbeit und Produktion als Grundlage für Wohlstand. Lorenz forderte eine klare Zukunftsvision und Reformbereitschaft, unabhängig von konkreten Modellen wie Steuerentlastung, Pensions- oder Föderalismusreformen. Dornauer warnte vor Blockadehaltungen und plädierte für überparteiliche Lösungsansätze.

Harrer verwies auf Defizite am österreichischen Kapitalmarkt und auf fehlende Rahmenbedingungen, die Investitionen und unternehmerisches Wachstum erschwerten. Ein funktionierender Kapitalmarkt sei aus seiner Sicht ein zentraler Standortfaktor.

Einigkeit bestand darin, dass tragfähige Lösungen nur in einem gemeinsamen Prozess von Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft entstehen können.

Neue Mitglieder im Senat der Wirtschaft

Im Rahmen des Jahresempfangs wurden zudem 24 neue Senatoren in den Senat der Wirtschaft berufen.

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