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Herr Sicheritz, wir haben da noch eine Frage

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Harald Sicheritz©Matt Observe

Regisseur Harald Sicheritz über Bruno Kreisky, Schulden, sozialen Frieden und sein Misstrauen gegenüber wirtschaftsreligiösen Dogmen.

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Wie gefällt Ihnen Kreiskys Satz „Mir sind ein paar Milliarden Schilling Schulden lieber als ein paar 100.000 Arbeitslose“?

Ich bin dieser Meinung, seit ich diesen Kreisky-Satz das erste Mal gehört habe. Wirtschaftsmenschen antworten auf die Einführung oder Erhöhung von Steuern seit jeher mit der wenig originellen Drohung, dass nun irgendein Standort gefährdet sei. Und es ist ein ebenso irrationales wirtschaftsreligiöses Dogma, dass ein Staat keine Schulden machen dürfe. Dabei wissen wir doch alle, dass es immer nur darum geht, was man gezielt wo investiert. Auf die von mir gern gestellte Fragen „Wo finde ich in eurer Rechnung den Posten ‚sozialer Friede‘? Was darf der kosten? Was ist euch der denn wert?“ habe ich aus Kapitalistenkreisen noch nie eine gute Antwort bekommen.

© Matt Observe

Steckbrief

Harald Sicheritz

geboren
25.06.1958

Harald Sicheritz wuchs in Wien-Favoriten auf, promovierte in Kommunikationswissenschaft und wurde der erfolgreichste österreichische Filmregisseur seit 1945. „Hinterholz 8“ und „Popitz“ belegen die ewigen Plätze eins und drei, „Muttertag“ und „Vorstadtweiber“ wurden Kult.

Sein Bekenntnis: „Mir war von Kindheit an alles Elitistische unsympathisch. Ich werde gern von möglichst vielen Menschen verstanden. Wenn ich an den Gesichtern des Publikums sehe, dass ich sein Interesse habe, ist mir das das Allerliebste. Jedenfalls muss man nicht misanthropisch sein, um einen wertvollen Film machen zu können.“

Nächstens dreht er die bayrische Kinokomödie „Himmel, Herrgott, Hirschgeweih“ mit Heiner Lauterbach. Sein Kinofilm über Kreiskys Jugend – „Bruno – der junge Kreisky“ – läuft seit 1. Oktober 2026. Er lebt mit der Schauspielerin Proschat Madani in Wien.

Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 40/2026 erschienen.

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