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Eröffnung von „Scaling Memories“: Ausstellung widmet sich Erinnerung als beweglichem Gefüge

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©Eszter Barabas

Mit der Ausstellungseröffnung von „Scaling Memories“ wurde am 20. Mai ein vielschichtiger Dialog über Erinnerung, persönliche Erfahrungen und kollektive Bildwelten eröffnet.

Erinnerung als künstlerischer Dialog

Am 20. Mai wurde die Ausstellung „Scaling Memories“ feierlich eröffnet. Zahlreiche kunstinteressierte Gäste nutzten die Gelegenheit, die unterschiedlichen künstlerischen Positionen der vier beteiligten Künstlerinnen erstmals gemeinsam zu erleben.

Die Ausstellung vereint Arbeiten von Anita Steinwidder, Christiane Spatt, Dora Mai und Mona Radziabari und widmet sich der Frage, wie Erinnerung als fluide Spur zwischen persönlichem Erleben und kollektiven Bildern sichtbar wird.

Fragile Konstellationen zwischen Nähe und Distanz

In Malerei, Fotografie, Video-, Objekt- und Textilkunst entstehen fragile Konstellationen zwischen Nähe und Distanz, Verdichtung und Fragmentierung. Die Ausstellung untersucht Prozesse des Erinnerns und macht sichtbar, wie Erfahrungen sich in Materialien, Bildern und Atmosphären einschreiben.

Dabei erscheint Erinnerung nicht als statisches Archiv, sondern als dynamischer Zustand zwischen Intimität und Öffentlichkeit, Biografie und gesellschaftlicher Geschichte.

Vier künstlerische Positionen

Anita Steinwidder transformiert gebrauchte Schuhe zu textilen Objekten und Assemblagen, in denen Spuren von Bewegung, Abnutzung und Zeit eingeschrieben bleiben. Durch Nähen, Umwickeln und Verbinden entstehen poetische Arbeiten zwischen persönlicher und kollektiver Erinnerung.

Christiane Spatt arbeitet mit Tapetenresten, Erinnerungsfotografien und Schmuckfragmenten aus dem familiären Umfeld. Ihre offenen Bild- und Objektkonstellationen laden dazu ein, Erinnerung immer wieder neu zu interpretieren.

Dora Mai greift fotografische Fundstücke aus dem Familienarchiv auf und überführt sie malerisch in die Gegenwart. Durch Skalierung, Variation sowie das Spiel mit Nähe und Distanz thematisiert sie die Flüchtigkeit von Momenten.

Mona Radziabari setzt sich mit Erinnerung im Spannungsfeld von Migration, politischer Unterdrückung und medialer Bilderflut auseinander. Kartografische Bilder, dokumentarische Fotografien und persönliche Narrative werden reduziert und abstrahiert und eröffnen Perspektiven zwischen Schutz, Verlust und Sehnsucht.

Intensiver Austausch bei der Vernissage

Die Besucher:innen nutzten den Eröffnungsabend für intensive Gespräche über die Arbeiten und deren persönliche wie gesellschaftliche Dimensionen. Besonders das Zusammenspiel der unterschiedlichen Medien und Materialien machte die Vielschichtigkeit des Ausstellungskonzepts erlebbar.

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