Momentum-Institutsgründerin Barbara Blaha spricht über Liebe, Macht, patriarchale Strukturen und warum Beziehungen oft nicht auf Augenhöhe stattfinden.
„Wahre Liebe gibt es nicht im Patriarchat“, sagen Sie. Wie meinen Sie das?
Liebe im Patriarchat bedeutet, dass wir alle früh lernen: Frauen, ihre Zeit, ihre Körper, ihre Leben sind weniger wertvoll und vor allem jederzeit verfügbar. Die Liebe, Anerkennung, Fürsorge von Frauen stehen permanent zur Verfügung, das lernen Frauen und Männer. Wird dies von Frauen nicht zur Verfügung gestellt, gilt das als Liebesentzug. Das hat etwas Transaktionales und findet nicht auf der gleichen Ebene statt. Meine Vorstellung von Liebe ist eine andere: Liebe als etwas, was auf Augenhöhe geschenkt wird und im besten Fall erwidert wird. Es gibt keine Hierarchie in der Liebe – im Patriarchat ist die aber eingeschrieben.

Steckbrief
Barbara Blaha
Barbara Blaha, geboren in Wien, ist Gründerin und Leiterin des Momentum Instituts sowie Herausgeberin von moment.at und Universitätsrätin an der Uni Wien. Die studierte Germanistin arbeitet an der Schnittstelle von Wissenschaft und Politik mit dem Ziel, ökonomische Machtverhältnisse und soziale Ungleichheit verständlich zu machen und zu verschieben.
Als Autorin, Kommentatorin und mit Bühnenprogrammen prägt sie die Debatte über Vermögensverteilung, Steuergerechtigkeit und Chancengleichheit in Österreich. Zuletzt erschien ihre feministische Analyse „Funkenschwestern. Wie Feminismus alles besser macht“.







