Zwischen 100 und 10.000 Euro: Die Affordable Art Fair setzt auf transparente Preise und neue Käufergruppen. Damit spiegelt sie einen globalen Trend am Kunstmarkt und zeigt, dass gerade das untere Preissegment an Bedeutung gewinnt.
Nach dem Erfolg im Vorjahr kehrt die Affordable Art Fair Ende Mai in die Wiener Marx Halle zurück. 1999 von Will Ramsay in London gegründet, hat sich das Format zu einer international etablierten Messe entwickelt. Heute ist sie in 16 Metropolen vertreten, darunter Singapur, New York, London und seit 2025 auch Wien.
Transparente Preise
Die Messe richtet sich sowohl an Personen, die erstmals Kunst erwerben, als auch an erfahrene Sammler. Die Preisspanne ist klar definiert: Kein Werk kostet mehr als 10.000 Euro, Einstiegsarbeiten beginnen bei 100 Euro.
„In traditionellen Galerien oder auf Kunstmessen schrecken Erstkäufer oft vor mangelnder Transparenz und einem gewissen Gefühl der Unsicherheit zurück“, so Messedirektorin Tanya Van Breda Vriesman. „Viele fühlen sich unwohl bei der Preisgestaltung, dem Kaufprozess oder wissen nicht, wie sie ein Gespräch beginnen sollen. Auf unserer Messe arbeiten wir aktiv daran, diese Hürden abzubauen.“




Kunst für alle: Die Affordable Art Fair will Hürden abbauen und Vielfalt ermöglichen
© Isabella JöchVom verstaubten, antiquierten Image des traditionellen Kunstmarkts ist auf der Affordable Art Fair jedenfalls wirklich keine Spur: Hier trifft man auf designbewusste Yuppie-Eltern mit Kinderwagen, aber auch auf ältere Kunstfans, die sich mit leistbarer Kunst für ihre eigenen vier Wände eindecken. „Die Kommunikation mit Galeristen ist unkompliziert, der Kaufprozess ist einfach und die Kunstwerke sind sofort verfügbar“, erklärt Van Breda Vriesman.
Im Vorfeld der Messe werden Interessierte auf Wunsch mit praktischen Hinweisen unterstützt, insbesondere jene ohne Kauferfahrung: „Wir unterstützen von der Budgetplanung und dem Ausmessen der Räumlichkeiten bis hin zum Anfertigen von Referenzfotos und dem Vorab-Surfen mit der Galerieliste.“
New York bis Wien
Wer ausstellen darf, entscheidet ein lokales Expertenteam. Dieses analysiert genau, welche Vorlieben und Interessen das Wiener Publikum hat. „Jede Messe wird sorgfältig auf die jeweilige Gastgeberstadt zugeschnitten“, so die Messedirektorin. Erst dann wird detaillierter kuratiert. Die Auswahl der Kreativen und Galerien erfolgt nach strengen Vorgaben: „Zunächst einmal sind die auf der Messe präsentierten Künstler noch am Leben. Es ist uns ein Anliegen, die Karrieren lebender Künstler und die Galerien, die sie vertreten, zu fördern. Darüber hinaus prüft unser weltweites Team alle Galerien und Künstler sowie deren Portfolios sorgfältig.“
Vielfalt steht im Zentrum, sowohl in stilistischer als auch in preislicher Hinsicht. „Für jeden Geschmack ist etwas dabei, ohne dabei Kompromisse bei der Qualität einzugehen.“
Kunst in Zeiten von Krisen
Dass Kunst auch in wirtschaftlich angespannten Zeiten gefragt bleibt, zeigt ein Blick auf den globalen Markt. Laut „Art Basel and UBS Global Art Market Report“ ist der globale Kunstmarkt wieder gewachsen, der Branchenumsatz legte um vier Prozent auf 59,6 Milliarden US-Dollar zu. Wachstumstreiber war vor allem das Auktionssegment, insbesondere Verkäufe im Ultra-High-End-Bereich. Gleichzeitig gewinnen Messen wieder an Bedeutung: Ihr Anteil am Händlerumsatz stieg auf 35 Prozent, der höchste Wert seit 2022. Vor allem mittelgroße Galerien konnten zulegen.
Auch Österreich verzeichnet ein Wachstum von 13 Prozent, wenn auch auf deutlich niedrigerem Niveau als die dominierenden Märkte USA, China und Großbritannien. Nach Einschätzung der Messeleitung spielt das untere und mittlere Preissegment dabei eine zunehmend wichtige Rolle: „Es erschließt eine deutlich breitere und vielfältigere Käufergruppe, darunter auch jüngere Sammler, die den zeitgenössischen Geschmack und die Trends aktiv mitgestalten. Wir betrachten das zugänglichere Marktsegment als essenziell für die langfristige Stabilität der Kunstwelt. Für neue Sammler ist es der Ort, an dem Beziehungen zu Galerien geknüpft, Vertrauen aufgebaut, der eigene Geschmack entdeckt und die Leidenschaft entfacht wird.“
In diesem Jahr präsentiert die Messe mehr als 400 Künstler aus 49 Ländern, ein besonderer Fokus liegt heuer außerdem auf der spanischen Szene. Die präsentierten Arbeiten decken ein breites mediales Spektrum ab, von Malerei und Collage bis hin zu analogen und digitalen Formaten sowie KI-basierten Werken.
„Affordable Art Fair“
Die Kunstmesse findet vom 28. bis 31. Mai 2026 in der Marx Halle statt. 65 internationale und lokale Galerien, darunter All You Can Art aus Deutschland, Envie d'Art aus Frankreich, Wanrooij aus den Niederlanden, Grafic Art aus Bulgarien und Galerie Artecont aus Wien, präsentieren zeitgenössische Werke von lebenden Kunstschaffenden, zu Preisen zwischen 100 und 10.000 Euro. Die Messe richtet sich sowohl an Personen, die erstmals Kunst erwerben, als auch an etablierte Sammler. Ergänzt wird das Angebot durch Installationen, Talks und ein Familienprogramm. Mit dem Schwerpunkt „Spotlight on Spain“ rückt 2026 zudem die spanische Kunstszene in den Fokus, bei welchem neun Galerien aktuelle Einblicke in die spanische Kunstszene bieten.
Dieser Beitrag ist ursprünglich in der News-Printausgabe Nr. 15/2026 erschienen.







